Volker Zack: Schauspieler, Komiker und Musiker aus Dresden im Porträt

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Wer ist Volker Zack?

Volker Zack ist ein deutscher Schauspieler, Musiker und Komiker, geboren am 31. Januar 1971 in Dresden. Wer den Namen heute hört, denkt je nach Generation und Region an etwas ganz anderes: Manche erinnern sich an die frühen 2000er Jahre und seine Sat.1-Comedyshow, andere kennen ihn aus dem Kino oder von der Theaterbühne in Dresden, wo er seit über einem Jahrzehnt das Publikum unterhält.

Geboren wurde er als Volker Jablinski. Über die Jahre trat er unter verschiedenen Künstlernamen auf, darunter Volker Michalowski. Seinen heutigen bürgerlichen Namen Volker Möller trägt er seit seiner Heirat im April 2021 – auf der Bühne und im Abspann bleibt er aber „Volker Zack”. Diese Vielzahl an Namen ist kein Zufall, sondern passt zu einer Laufbahn, die sich nie auf ein einziges Fach festlegen ließ.

Sein Werdegang verbindet drei Welten, die selten in einer Person zusammenkommen: das Fernsehen der frühen Privatsender-Ära, das anspruchsvolle deutsche Autorenkino und die Boulevard- und Comedybühne. Wer verstehen will, warum dieser Mann aus Dresden eine so eigenwillige Karriere hingelegt hat, muss bei seiner Jugend in der DDR anfangen.

Aufgewachsen in Dresden – und im Widerstand gegen das DDR-System

Volker Zack wuchs im Dresdner Stadtteil Wilder Mann auf. Schon als Jugendlicher ging er auf Distanz zum SED-Staat: Den Beitritt zur Freien Deutschen Jugend (FDJ), der staatlichen Jugendorganisation der DDR, verweigerte er. Das war in den 1980er Jahren keine Kleinigkeit, sondern eine Entscheidung, die im Schulalltag und bei der Berufswahl Konsequenzen hatte.

Das Wendejahr 1989 brachte für ihn die direkte Konfrontation mit dem Staatsapparat. Gleich dreimal wurde Zack in diesem Jahr von der Staatssicherheit festgenommen: im Februar bei regierungskritischen Protesten, im Juni nach den Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Tiananmen-Massaker in Peking und im Oktober bei den Kundgebungen rund um den 40. Jahrestag der DDR. Eine dieser Festnahmen führte zu drei Tagen Haft im berüchtigten Gefängnis Bautzen I.

Diese Erfahrungen prägten ihn. Im selben Jahr 1989 gründete er mit Freunden seine erste Band, die Punkband Fehlschicht, die zeitweise in kirchlichen Räumen auftrat – ein typischer Rückzugsort der ostdeutschen Subkultur, weil die Kirche einer der wenigen Orte war, an denen sich junge Leute jenseits der staatlichen Kontrolle versammeln konnten. Punk war in der späten DDR mehr als ein Musikstil; er war eine Haltung. Der rebellische Grundton, der sich später in Zacks Comedy wiederfindet, hat hier seine Wurzeln.

Ausbildung: Vom Punk zur Schauspielschule

Nach der Wende schlug Zack einen ungewöhnlich gründlichen Bildungsweg ein. Von 1990 bis 1992 nahm er Schauspielunterricht bei Falk Weselski. Anschließend studierte er von 1996 bis 2001 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Diese Verbindung von Schauspiel und bildender Kunst ist bemerkenswert, weil sie erklärt, warum Zack später so leicht zwischen Comedy, ernstem Film und experimenteller Bühnenarbeit wechseln konnte.

2003 absolvierte er zusätzlich einen Filmschauspiel-Kurs an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, einer der renommiertesten Filmhochschulen Deutschlands. Diese gezielte Spezialisierung auf das Spiel vor der Kamera zahlte sich in den folgenden Jahren aus, als er Rollen in international beachteten Kinoproduktionen übernahm.

Die parallele Musikerkarriere lief in dieser Zeit weiter. Nach Fehlschicht (1989–1993) gründete er die Deutschpop-Band Weltfrieden (1994–1997) und das Projekt Pornopop (1995–1999). Seit 1993 besteht außerdem das Heinz-Krämer-Werner-Hornig-Sextett, mit dem er sich dem Chanson widmet. Diese Bandbreite – von Punk über Pop bis zum Chanson – zeigt einen Künstler, der sich nicht in eine Schublade pressen lässt.

Der Durchbruch im Fernsehen: „Zack! Comedy nach Maß”

Einem breiten Publikum wurde Volker Zack ab 2005 durch seine eigene Comedyshow bekannt. Von 2005 bis 2008 strahlte der Privatsender Sat.1 die Reihe „Zack! Comedy nach Maß” in insgesamt vier Staffeln aus. Der Künstlername Zack, den er sich zugelegt hatte, wurde damit auch zum Programmtitel.

Das Format setzte auf schnelle, pointierte Sketche und versteckte Kamera-Elemente. Es fiel in eine Zeit, in der das deutsche Privatfernsehen stark auf Comedy setzte und zahlreiche Sketch- und Stand-up-Formate ausprobierte. Für Zack war die Show das Sprungbrett, das seinen Namen über die Theater- und Musikszene hinaus bekannt machte.

Die frühen 2000er Jahre waren die Hochphase der deutschen Sketch-Comedy im Privatfernsehen. Wer sich in diesem Umfeld mit einem eigenen Format behaupten konnte, brauchte ein klares Profil. Zacks Stärke lag in der Verbindung von körperlichem Spiel, schnellem Timing und einem leicht anarchischen Humor, der an seine Punk-Vergangenheit erinnerte.

Vom Comedian zum ernsthaften Filmschauspieler

Was Volker Zacks Laufbahn besonders macht, ist der Sprung vom Comedy-Fach ins anspruchsvolle Kino. Während viele Comedians in ihrem Genre bleiben, baute er parallel eine Karriere als Filmschauspieler auf – und das ausgerechnet in einigen der wichtigsten deutschen Produktionen der 2000er Jahre.

2006 wirkte er in „Das Leben der Anderen” mit, dem Film von Florian Henckel von Donnersmarck, der 2007 den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann. Dass ein in der DDR aufgewachsener Schauspieler, der selbst von der Stasi inhaftiert worden war, in genau diesem Film über die Überwachung in der DDR mitspielte, verleiht seiner Beteiligung eine besondere biografische Stimmigkeit.

2009 stand er für Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds” vor der Kamera – einer internationalen Großproduktion mit Stars wie Brad Pitt und Christoph Waltz. Auch wenn seine Rolle klein war, ist eine Mitwirkung in einem Tarantino-Film für jeden Schauspieler ein Karriere-Höhepunkt.

Hinzu kommen mehrere Auftritte in der „Tatort”-Reihe, der traditionsreichsten Krimireihe des deutschen Fernsehens. Über die Jahre arbeitete Zack zudem wiederholt mit namhaften Regisseuren zusammen. Diese Mischung aus Fernsehkrimi, deutschem Autorenkino und internationaler Produktion ist für einen Schauspieler aus dem Comedy-Bereich keineswegs selbstverständlich.

Theater: Die zweite Heimat auf der Bühne

So sichtbar Film und Fernsehen sind – die Theaterbühne blieb für Volker Zack über die gesamte Karriere hinweg ein fester Bezugspunkt. Besonders eng ist seine Verbindung zur Comödie Dresden, einer der bekanntesten Boulevardbühnen der Stadt.

Seit 2014 spielt er dort die Hauptrolle des Johannes Pfeiffer (mit drei „f”, wie es im Stück heißt) in „Die Feuerzangenbowle”. Diese Bühnenfassung des berühmten Stoffes gehört zu den Dauerbrennern der Comödie. Wie groß der Erfolg ist, zeigt sich an einer Zahl: Am 18. Januar 2025 fand die 200. Vorstellung statt. Aus diesem Anlass erhielt Zack den „Wall-of-Smile”-Stern der Comödie Dresden – eine Auszeichnung für Künstlerinnen und Künstler, die sich in besonderer Weise um das Boulevardtheater in Dresden verdient gemacht haben.

Am Boulevardtheater Dresden übernahm er außerdem die Rolle des Egon Olsen in einer Bühnenfassung der „Olsenbande”, jener dänischen Gaunerkomödie, die im Osten Deutschlands bis heute Kultstatus genießt. Wer Egon Olsen spielt, betritt für ein ostdeutsches Publikum nahezu heiligen Boden – die Figur ist eine kulturelle Institution.

Seit 2012 ist Zack zudem als „Hartmut Griesgrämer” im Kinderprogramm Motzgurke-TV zu sehen. Damit erreicht er ein ganz neues, junges Publikum, das ihn weder aus der Sat.1-Comedy noch aus dem Kino kennt.

Ein Künstler mit vielen Namen

Die Frage nach dem richtigen Namen begleitet Volker Zack seit Jahren und sorgt regelmäßig für Verwirrung. Zur Klarstellung die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Geburtsname: Volker Jablinski
  • Bekannte Künstlernamen: Volker Zack, Volker Michalowski, Volker Zack Michalowski
  • Heutiger bürgerlicher Name: Volker Möller (seit der Heirat im April 2021)
  • Bühnen- und Künstlername heute: Volker Zack

Diese Vielfalt erklärt, warum man bei der Suche nach ihm auf unterschiedliche Einträge stößt. In Film- und Theaterdatenbanken taucht er mal als Michalowski, mal als Zack auf. Wer gezielt nach seinen Werken sucht, sollte daher beide Namensvarianten im Hinterkopf behalten.

Interessant ist auch eine eher menschliche Notiz: Volker Zack ist mit einer Körpergröße von 1,56 Metern ein vergleichsweise kleiner Schauspieler. In einer Branche, die oft auf konventionelle Erscheinungsbilder setzt, hat er gerade aus seinem markanten, unverwechselbaren Auftreten einen Vorteil gemacht – sein Gesicht und seine Präsenz bleiben im Gedächtnis.

Musik als roter Faden

Während Schauspiel und Comedy die öffentlichkeitswirksamen Seiten seiner Arbeit sind, zieht sich die Musik wie ein roter Faden durch sein ganzes Leben. Von der Punkband Fehlschicht über Deutschpop und das Projekt Pornopop bis zum Chanson-Sextett hat Zack praktisch jedes Jahrzehnt seiner Laufbahn musikalisch begleitet.

Das Heinz-Krämer-Werner-Hornig-Sextett, das seit 1993 besteht, widmet sich dem Chanson – einer Gattung, die textliche Raffinesse und musikalische Atmosphäre verbindet. Dass ein ehemaliger Punk im Chanson seine künstlerische Heimat findet, passt zu einem Werdegang, der immer wieder die Grenzen zwischen den Genres überschreitet. Für Zack scheint Musik weniger ein Nebenprojekt als ein eigenständiges Ausdrucksmittel zu sein, das er parallel zur Schauspielerei pflegt.

Privates: Familie und Wahlheimat Hamburg

Über sein Privatleben hält sich Volker Zack vergleichsweise bedeckt, doch einige Eckdaten sind bekannt. Im April 2021 heiratete er die Schauspielerin Berit Möller und nimmt seither bürgerlich den Namen Volker Möller an. Seit 2020 ist er Vater.

Lange Jahre lebte und arbeitete er in Hamburg, wo er auch studiert hatte. Die Hansestadt war ein wichtiger Knotenpunkt für seine Film- und Fernseharbeit. Gleichzeitig blieb die Verbindung zu seiner Geburtsstadt Dresden über die Comödie und das Boulevardtheater eng – eine Achse zwischen Nord und Ost, die seine deutsche Doppelidentität als Wahlhamburger mit sächsischen Wurzeln spiegelt.

Warum Volker Zack eine besondere Figur der deutschen Unterhaltung ist

Wenn man die einzelnen Stationen zusammensetzt, ergibt sich das Bild eines außergewöhnlich vielseitigen Künstlers. Nur wenige deutsche Darsteller haben es geschafft, eine eigene Comedyshow im Privatfernsehen zu führen, in einem Oscar-prämierten Film und einer Tarantino-Produktion mitzuspielen und gleichzeitig über Jahre die Hauptrolle in einem Boulevard-Dauerbrenner zu verkörpern.

Diese Spannweite ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Biografie, die sich gegen Festlegungen sträubt. Vom Jugendlichen, der sich der DDR-Staatsjugend verweigerte und dafür im Gefängnis saß, über den Punkmusiker und Comedian bis zum ernsthaften Charakterdarsteller und Theaterstar zieht sich eine Konstante: die Weigerung, sich auf eine einzige Rolle oder ein einziges Genre reduzieren zu lassen.

Für das Publikum bedeutet das, dass es immer wieder neue Seiten an ihm entdecken kann. Wer ihn nur aus der Comedy kennt, ist überrascht von seinen ernsten Filmrollen. Wer ihn aus dem Kino kennt, wundert sich über seine Bühnenpräsenz in der „Feuerzangenbowle”. Und wer ihn als Theaterschauspieler erlebt, ahnt vielleicht nicht, dass derselbe Mann seit Jahrzehnten in Bands spielt.

Häufige Fragen zu Volker Zack

Wie alt ist Volker Zack? Volker Zack wurde am 31. Januar 1971 in Dresden geboren. Im Jahr 2026 ist er damit 55 Jahre alt.

Heißt Volker Zack wirklich so? Nein. Sein Geburtsname ist Volker Jablinski. „Zack” ist ein Künstlername, unter dem er bis heute auftritt. Seit seiner Heirat 2021 lautet sein bürgerlicher Name Volker Möller. In manchen Quellen erscheint er auch als Volker Michalowski.

Aus welcher Sendung kennt man Volker Zack? Am bekanntesten ist seine Sat.1-Comedyshow „Zack! Comedy nach Maß”, die von 2005 bis 2008 in vier Staffeln lief. Außerdem war er in mehreren „Tatort”-Folgen zu sehen.

In welchen Kinofilmen hat Volker Zack mitgespielt? Zu seinen bekanntesten Kinorollen zählen Auftritte in „Das Leben der Anderen” (2006) und in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds” (2009).

Wo spielt Volker Zack heute Theater? Seit 2014 verkörpert er an der Comödie Dresden die Hauptrolle in „Die Feuerzangenbowle”. Im Januar 2025 wurde dort die 200. Vorstellung gefeiert, und Zack erhielt den „Wall-of-Smile”-Stern. Zudem spielte er am Boulevardtheater Dresden den Egon Olsen in einer „Olsenbande”-Inszenierung.

Fazit

Volker Zack ist ein Beispiel dafür, wie vielfältig eine Künstlerlaufbahn in Deutschland verlaufen kann, wenn jemand sich nicht auf ein Fach festlegen lässt. Vom widerständigen Jugendlichen im Dresden der DDR über den Punkmusiker und Fernseh-Komiker bis zum Charakterdarsteller in preisgekrönten Filmen und zum gefeierten Theaterschauspieler hat er fast jede Form der darstellenden Kunst durchlaufen.

Wer heute eine Vorstellung an der Comödie Dresden besucht, das Kinderprogramm Motzgurke-TV einschaltet oder einen älteren „Tatort” wiederentdeckt, kann demselben Künstler in völlig unterschiedlichen Rollen begegnen. Genau diese Wandlungsfähigkeit macht Volker Zack zu einer der eigenwilligsten und beständigsten Figuren der deutschen Unterhaltungslandschaft.

Sources:

MW
Marco Weiss

Author of Leicht Gewandert. Sharing insights and practical tips on topics that matter.