The Furious: Wenn Wut zur Kunstform wird – der Martial-Arts-Film des Jahres 2026

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Ein Kinoereignis, das seinem Namen alle Ehre macht

Es gibt Filme, die man schaut. Und es gibt Filme, die man erlebt. „The Furious” gehört zur zweiten Kategorie – kompromisslos, körperlich, und von einer rohen Energie durchdrungen, die noch lange nach dem Abspann nachwirkt.

Seit dem deutschen Kinostart am 18. Juni 2026 durch Capelight Pictures ist die Reaktion eindeutig: 98 Prozent positive Kritiken auf Rotten Tomatoes bei 123 ausgewerteten Rezensionen, ein Durchschnittswert von 8,4 von 10 – Zahlen, die für einen Kampfkunstfilm schlicht außergewöhnlich sind. Das amerikanische Branchenmagazin The Wrap formulierte es treffend: „Viel Glück, in diesem Jahr einen besseren Actionfilm zu finden.”

Doch was steckt hinter diesem Phänomen? Warum bricht ein Hongkonger Martial-Arts-Thriller mit japanischem Regisseur und pan-asiatischer Besetzung sämtliche Kritikerbarrieren? Und warum ist er für alle, die das Genre lieben, Pflichtprogramm?


Die Story: Väterliche Wut als Treibstoff

Im Zentrum von „The Furious” steht Wang Wei, ein gewöhnlicher Mann, dessen Welt in sich zusammenbricht, als seine Tochter von einem kriminellen Netzwerk entführt wird. Die Behörden sind korrupt, die Justiz untätig – und so bleibt Wang Wei nur sich selbst.

Sein Weg führt ihn zu Navin, einem Journalisten, der aus ganz persönlichem Antrieb gegen dieselbe Organisation kämpft: Seine Frau ist unter mysteriösen Umständen verschwunden, und er weiß genau, wer dahintersteckt. Zwei Männer, zwei zerstörte Leben, eine gemeinsame Feindschaft – und eine Allianz, die sich in einem brutalen Strudel der Gewalt gegen eine übermächtige Struktur entlädt.

Was die Erzählung von anderen Rachedramen unterscheidet, ist ihre emotionale Ehrlichkeit. Wang Wei ist kein unbesiegbarer Superheld, kein kühler Profi. Er ist ein Vater, der vor Schmerz und Wut kaum noch denken kann. Diese Verletzlichkeit – im Actiongenre eine Seltenheit – gibt dem Film eine menschliche Tiefe, die die Kampfszenen erst wirklich erschütternd macht. Wenn Wang Wei kämpft, kämpft er nicht, weil er es besonders gut kann, sondern weil er keine andere Wahl sieht.

Regisseur Kenji Tanigaki verweigert sich konsequent den üblichen Genre-Klischees: keine einfachen Auflösungen, keine strahlenden Helden, keine befriedigende Hollywood-Katharsis. „The Furious” ist, wie sein Titel verspricht – ungestüm, kompromisslos, zuweilen erschreckend direkt.


Das Ensemble: Pan-Asiens Martial-Arts-Elite unter einem Dach

Was diesen Film als kulturelles Ereignis besonders macht, ist seine Besetzung. Hier wurden nicht einfach bekannte Namen versammelt – hier begegnet sich die Creme der internationalen Kampfkunst-Filmszene.

Xie Miao – Rückkehr einer Legende

Xie Miao ist in Europa ein eher unbekannter Name, in China und Hongkong jedoch eine lebende Legende. Als Kind spielte er an der Seite von Jet Li in mehreren Klassikerfilmen und galt als das größte Wunderkind des chinesischen Kung-Fu-Kinos seiner Zeit. Jahrzehnte später kehrt er mit diesem Film auf die internationale Bühne zurück – und wie.

Die Kritiker sind sich einig: Seine Leistung hat eine seltene Qualität. Die Verletzlichkeit, die er als Wang Wei zeigt, ist genauso überzeugend wie seine physische Präsenz in den Kampfszenen. Man sieht einen Mann am Rande seiner Belastungsgrenze – und das ist weit erschütternder als jede Kampfkariatur.

Joe Taslim – Der indonesische Weltstar

Westlichen Kinogängern ist Joe Taslim durch „The Raid” (2011) bekannt, wo er als Sergeant Jaka eine der ikonischsten Figuren des modernen Actionkinos schuf. Seitdem hat er internationale Karriere gemacht, mit Rollen in Hollywood-Produktionen und globalen Franchise-Filmen.

In „The Furious” kehrt er zur reinen Kampfkunst zurück – und er hat nichts verlernt. Als Navin bringt Taslim eine unheimliche Präzision und eine schwelende innere Energie mit, die seine Figur sowohl als moralisch komplexen Journalisten als auch als tödlich effizienten Kämpfer glaubwürdig macht.

Yayan Ruhian – Die stillen Bedrohungen

Yayan Ruhian kennen Fans ebenfalls aus dem „Raid”-Universum, wo er als Mad Dog zur Legende wurde. In „The Furious” spielt er den Antagonisten Tak – einen kleinen, unscheinbar wirkenden Bösewicht, der mit Pfeil und Bogen kämpft. Diese Besetzungswahl ist so überraschend wie effektiv. Ruhians Fähigkeit, mit minimalen Gesten maximale Bedrohung auszustrahlen, macht Tak zu einem der eindrücklichsten Schurken des Filmjahres.

Jeeja Yanin und weitere Stars

Das Ensemble wird durch die thailändische Actionikone Jeeja Yanin ergänzt, bekannt aus dem wegweisenden Martial-Arts-Film „Chocolate” (2008), sowie durch Brian Le und Yang Enyou. Das Ergebnis ist ein echter pan-asiatischer Cast: Darsteller aus China, Indonesien, Thailand, Japan und den USA – ein Spektrum, das die Vitalität des asiatischen Aktionskinos wie kaum ein anderes Projekt der letzten Jahre demonstriert.


Regisseur Kenji Tanigaki: Kampfkunst als Erzählmittel

Hinter der Kamera steht Kenji Tanigaki – ein Name, der außerhalb der Martial-Arts-Film-Community kaum bekannt ist, von Kennern aber seit Jahren als einer der besten Actionregisseure seiner Generation gehandelt wird.

Tanigaki begann seine Karriere als Stuntkünstler und Kampfchoreograf, arbeitete jahrelang in Hongkong und entwickelte dabei ein tiefes Verständnis für die Verbindung zwischen körperlicher Bewegung und erzählerischer Wirkung. In „The Furious” zeigt er, was aus diesem Wissen erwächst: Jede Kampfszene erzählt eine Geschichte. Jede Choreografie drückt Charakterzüge aus.

Tanigakis Umgang mit Raum und Timing ist dabei besonders hervorzuheben. Er versteht, dass Spannung nicht durch schnelle Schnitte und Erschütterungskamera entsteht, sondern durch den bewussten Einsatz von Stille und Verlangsamung – und dann, wenn der Moment reif ist, durch explosive, präzise Aktion. Das Ergebnis fühlt sich weder bequem noch vorhersehbar an. Es fühlt sich real an.


Die Kampfchoreografie: 18 Drehtage für das finale Spektakel

Das Herzstück von „The Furious” ist seine Kampfchoreografie – und sie ist eines der eindrucksvollsten Beispiele, das das Genre in den letzten Jahren gesehen hat.

Verantwortlich ist Kensuke Sonomura, ein japanischer Stunt- und Kampfkünstler mit umfangreicher Erfahrung in Hongkong-Produktionen. Zusammen mit Tanigaki und Kameramann Meteor Cheung entwickelte er einen Ansatz, der verschiedene Kampfkunststile zu einem kohärenten visuellen Stil zusammenfügt, ohne deren individuelle Eigenheiten zu verwischen.

Die kämpferischen Auseinandersetzungen spiegeln die kulturelle Herkunft ihrer Ausführenden wider: Wang Wei kämpft mit der Effizienz des traditionellen chinesischen Wushu, Navin nutzt die gnadenlose Praktikabilität des indonesischen Silat, und Jeeja Yanins Figur zeigt die fließende Akrobatik des Muay-Thai-Bereichs. Jeder Kampf sieht anders aus, fühlt sich anders an – und erzählt damit etwas über die Figuren, ohne ein einziges Wort zu verlieren.

Das US-Branchenmagazin Variety berichtete, dass der finale Showdown allein 18 Drehtage in Anspruch nahm. Diese Investition ist auf der Leinwand unmittelbar spürbar: Die Schlusssequenz des Films ist ein Meisterstück der Actionregie – brachial, ballettartig und erschöpfend zugleich. Roger Eberts Nachfolge-Website beschrieb den Film als „einen Sturm von Fäusten und teuflischem Vergnügen.”

Fast noch bemerkenswerter: nahezu alles in „The Furious” ist real. Echte Stunts, echte Kampfkünstler, echte Risiken. In einer Ära, in der digitale Nachbearbeitung und computergenerierte Effekte das Actionkino zunehmend dominieren, wirkt diese Entscheidung fast revolutionär – und man sieht den Unterschied.


Entstehungsgeschichte: Hongkongs Kino schlägt zurück

„The Furious” entstand als Koproduktion zwischen dem renommierten Hongkonger Produktionshaus Edko Films und dem amerikanischen Unternehmen XYZ Films, das auch für den weltweiten Vertrieb zuständig ist. Das Projekt wurde im April 2024 angekündigt und seine Weltpremiere fand auf dem Toronto International Film Festival statt – einem der angesehensten Festivals weltweit, das dem Film sofort Sichtbarkeit im westlichen Markt verschaffte.

Der Film gilt in der Branche als Manifest: ein Beleg dafür, dass das asiatische Aktionskino – trotz jahrelanger Konkurrenz durch CGI-geschwängerte Superheldenprojekte – lebendiger ist denn je. Er knüpft bewusst an die goldene Ära des Hongkonger Kinos der 1980er und 90er Jahre an, als Jackie Chan, Jet Li und Regisseure wie John Woo das internationale Actionkino prägten, ohne deren Nostalgiefalle zu tappen. „The Furious” ist kein Rückblick – er ist eine Erneuerung.

Das Los Angeles Asian Pacific Film Festival nahm den Film 2026 in sein Programm auf und unterstrich damit dessen Bedeutung als kulturelles Statement. Dieser Film ist nicht nur Entertainment: Er ist ein Zeichen für die Gestaltungskraft und Originalität des pan-asiatischen Kinos.


Was Kritiker und Publikum begeistert

Die Meinungen aus der internationalen Filmkritik liefern ein konsistentes Bild. Was bewegt Kritiker zu einer 98-Prozent-Zustimmung?

Emotionale Wahrhaftigkeit. Viele Rezensionen betonen, dass der Film seinen Figuren erlaubt, wirklich zu leiden, zu scheitern und zu verlieren – auch in den Kampfszenen. Die Energie des Titels kommt nicht aus coolen Posen, sondern aus echtem, nachvollziehbarem Schmerz.

Technische Meisterschaft ohne digitale Krücken. Die Choreografie wird als „atemberaubend erfindungsreich” bezeichnet, weil sie ohne die üblichen computergenerierten Hilfsmittel auskommt. Was man sieht, geschah wirklich – vor der Kamera, mit echten Körpern.

Kulturelle Breite. Der Film versammelt Kampfkunststile und Filmtraditionen aus mehreren asiatischen Ländern, ohne sie zu vermischen oder zu verwässern. Das Ergebnis ist eine Vielfalt, die sich organisch anfühlt.

Stilistischer Fokus. Tanigaki verzichtet auf den hektischen Schnitt, der viele moderne Actionfilme unlesbar macht. Die Kamera sieht zu. Man erkennt, wer kämpft, wie er kämpft und warum – und das allein macht einen fundamentalen Unterschied.

Die deutsche Filmseite mucke-und-mehr.de beschrieb das Werk als „brutal und stark choreographierte Martial-Arts-Action bis zur Erschöpfung” – ein Satz, der sowohl Warnung als auch höchstes Lob ist.


Warum der Film Pflichtprogramm für Martial-Arts-Fans ist

Für alle, die das Genre ernsthaft schätzen, bietet „The Furious” Dinge, die man selten gebündelt findet:

Das Aufeinandertreffen zweier Generationen – die klassische chinesisch-hongkongische Kung-Fu-Tradition einerseits, die neue südostasiatische Welle des raw-action-Kinos andererseits – ist allein schon filmhistorisch bemerkenswert. Die Martial-Arts-Vielfalt des Films ist kein Spektakel um des Spektakels willen, sondern Charakterisierungsmittel: Man erkennt an der Art zu kämpfen, wer jemand ist.

Hinzu kommt die emotionale Ebene: Dieser Film stellt die Frage, wie weit ein Mensch gehen kann – und wie viel er dabei von sich selbst verliert –, wenn alles, was ihm lieb ist, bedroht wird. Das macht ihn zu mehr als einem Kampffilm. Es macht ihn zu einem Erfahrungsfilm.


Im Kino und darüber hinaus

In Deutschland ist „The Furious” seit 18. Juni 2026 in den Kinos, verlegt von Capelight Pictures, mit einer FSK-18-Freigabe und einer Laufzeit von 114 Minuten. Verfügbar ist er in zahlreichen Kinoketten bundesweit.

Für Sprachkenner lohnt es sich, gezielt nach Vorstellungen in der Originalfassung mit Untertiteln zu suchen: Der Film ist mehrsprachig – Mandarin, Indonesisch, Englisch und Thai wechseln sich ab – und die Originalsprache verleiht jeder Figur eine zusätzliche kulturelle Authentizität.

Capelight Pictures, bekannt für die sorgfältige Auswahl internationaler Arthouse- und Genrefilme im deutschen Markt, hat dem Film mit dem Kinostart die Bühne gegeben, die er verdient. Wer den Film verpasst, kann später auf physische Heimkinoformate hoffen: Capelight bietet für ausgewählte Titel limitierte Editionen an, und es wäre überraschend, wenn „The Furious” nicht in einer ähnlich hochwertigen Veröffentlichung erscheinen würde.


Fazit: Wut als Kunstform

„Furious” ist mehr als ein Adjektiv – es ist eine Haltung. Wütend auf Ungerechtigkeit. Wütend auf das Gefühl der Hilflosigkeit, das entsteht, wenn die Systeme, denen wir vertrauen, versagen. Wütend auf Verlust.

Kenji Tanigaki hat mit diesem Film nicht einfach einen guten Actionfilm gedreht. Er hat ein Werk geschaffen, das zeigt, wozu das Genre in der Lage ist, wenn es sich selbst ernst nimmt: Menschlichkeit vermitteln, durch den Körper erzählen, und Wut in etwas verwandeln, das dem Ballett näher ist als dem bloßen Schlachtfeld.

Für alle, die das Kino lieben – ob als Martial-Arts-Enthusiasten, als Cinephile oder als Menschen, die schlicht nach einem Film suchen, der wirklich berührt – ist „The Furious” im Sommer 2026 die klarste Empfehlung, die man geben kann.


Sources:

MW
Marco Weiss

Author of Leicht Gewandert. Sharing insights and practical tips on topics that matter.