Portmeirion: Das britische Kultigeschirr mit botanischem Charme – Alles, was Sie wissen müssen

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Ich habe genug Informationen gesammelt. Jetzt schreibe ich den Artikel.


Eine Marke, die Geschichte schreibt: Die Entstehung von Portmeirion

Wenige Geschirr-Marken der Welt können von sich behaupten, dass ihr Name gleichzeitig ein architektonisches Weltwunder bezeichnet. Portmeirion ist eine solche Ausnahme. Die Geschichte beginnt im Norden von Wales, wo der Architekt Sir Clough Williams-Ellis zwischen 1925 und 1975 ein kleines italienisch anmutendes Dorf auf einem Küstenfelsen erbaute – ein surreales Ensemble aus pastellfarbenen Fassaden, Kolonnaden und Gärten, das bis heute als eines der seltsamsten und schönsten Dörfer Großbritanniens gilt.

Es war eben dieser Sir Clough, der seine Tochter Susan Williams-Ellis bat, eine Geschirrkollektion für den Souvenirladen des Dorfes zu entwerfen. Susan, eine begabte Designerin mit einem ausgeprägten Sinn für botanische Ästhetik, gründete 1960 gemeinsam mit ihrem Mann Euan Cooper-Ellis das Unternehmen Portmeirion Pottery. Was als kleines Familienprojekt begann, sollte sich zu einem der bekanntesten Keramikhersteller Europas entwickeln.

Die frühen Entwürfe von Susan Williams-Ellis zeichneten sich durch geometrische Formen und eine unverwechselbare grafische Sprache aus. Doch der eigentliche Durchbruch kam, als sie sich Anfang der 1970er Jahre einer neuen Inspirationsquelle zuwandte: den botanischen Illustrationen des 19. Jahrhunderts.

Botanic Garden: Das Muster, alles veränderte

Im Jahr 1972 kaufte Susan Williams-Ellis zwei Töpfereien in Stoke-on-Trent, dem historischen Herz der englischen Keramikindustrie in Staffordshire. Dort entstand eine Kollektion, die die Geschirr-Welt für immer verändern sollte: Botanic Garden.

Die Inspiration kam aus einem ungewöhnlichen Archiv. Susan stieß auf Drucke aus Thomas Green’s „Universal Herbal”, einer botanischen Enzyklopädie aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die detaillierten, wissenschaftlich genauen Pflanzendarstellungen – Silber-Nachtkerzen, Clematis, Erdbeerpflanzen, Schmetterlingsblumen und Dutzende weitere Gewächse – wurden von Susan in ein bahnbrechendes Dekor übertragen: Jedes Einzelstück trägt ein eigenes Motiv. Eine Kaffeetasse zeigt die Akelei, eine andere die Passionsblume, ein Teller trägt Herbstlaub, der nächste den Weißdorn.

Dieses Konzept – kein uniformes Service, sondern ein Ensemble voller botanischer Entdeckungen – war revolutionär. Familien konnten über Jahre hinweg einzelne Stücke dazukaufen, ohne jemals zweimal das identische Motiv zu erwerben. Botanic Garden wurde zum meistverkauften Geschirrdesign in der Geschichte Großbritanniens und erzielte zuletzt Jahresumsätze von über 30 Millionen Pfund Sterling.

Heute ist die Kollektion in mehreren Untervarianten erhältlich:

  • Botanic Garden Classic: Das Original mit dem charakteristischen cremefarbenen Hintergrund und botanischen Illustrationen in Schwarz mit dezenten Farbakzenten
  • Botanic Garden Harmony: Eine modernere Interpretation mit leichtem Farbgradienten und einem fließenderen Gesamteindruck
  • Botanic Garden On The Go: Praktische Becher und Behälter für unterwegs, mit den typischen Pflanzenmotiven

Die weiteren Kollektionen: Weit mehr als Botanic Garden

Obwohl Botanic Garden das Aushängeschild der Marke ist, bietet Portmeirion eine beachtliche Bandbreite weiterer Kollektionen an.

Pomona – Früchte für den gedeckten Tisch

Ebenfalls von Susan Williams-Ellis entworfen, zeigt die Pomona-Serie üppige Fruchtdarstellungen: Kirschen, Birnen, Pflaumen, Himbeeren und andere Früchte zieren Teller, Becher, Schalen und Vorratsgefäße. Der Stil ist etwas wärmer und gesättigter als bei Botanic Garden – warme Ockertöne und satte Grüns prägen die Farbwelt. Besonders als Frühstücksservice erfreut sich Pomona großer Beliebtheit. Bei einrichtung-bonn.de, einem auf britisches Porzellan spezialisierten deutschen Händler, sind Henkelbecher der Pomona-Reihe ab etwa 19,90 Euro erhältlich.

Sophie Conran for Portmeirion – Modernes Weißgeschirr mit Charakter

Eine der erfolgreichsten Kooperationen der jüngeren Unternehmensgeschichte entstand durch die Zusammenarbeit mit der britischen Köchin und Designerin Sophie Conran. Die nach ihr benannte Kollektion bricht radikal mit dem blumig-botanischen Erbe der Marke: Hier dominieren klare Formen, strukturierte Oberflächen und ein schlichtes Weiß, das die Gerichte in den Mittelpunkt rückt.

Die Stücke haben eine charakteristische handgemachte Anmutung – die Oberflächen wirken leicht uneben, wie von Töpferhand geformt. Das Collection erhielt zahlreiche Designpreise und richtet sich an eine modernere Zielgruppe, die zeitlose Eleganz einem dekorativen Stil vorzieht.

Praktisch ist dabei: Alle Stücke der Sophie-Conran-Kollektion sind spülmaschinen-, mikrowellen-, backofen- und gefriergeeignet – eine Vielseitigkeit, die das tägliche Leben erheblich erleichtert. Auf Amazon.de sind Teetassen mit Untertasse aus der Serie in Weiß erhältlich, das Stückgewicht liegt bei rund 237 ml Fassungsvermögen.

Spode, Royal Worcester und die Unternehmensgruppe

Mit dem Wachstum des Unternehmens übernahm die Portmeirion Group mehrere andere britische Traditionsmarken. Heute umfasst das Unternehmen sechs eigenständige Marken:

  1. Portmeirion – Botanisches Design, die Kerncollection
  2. Spode – Gegründet 1770, bekannt für das berühmte „Blue Italian”-Muster und Weihnachtsgeschirr
  3. Royal Worcester – Königliche Porzellanmanufaktur seit 1751
  4. Nambe – Amerikanische Metallware-Marke aus Santa Fe
  5. Pimpernel – Spezialisiert auf Tisch-Untersetzer (Placemats) und Untersetzer (Coasters), 2006 übernommen
  6. Wax Lyrical – Duftkerzen und Raumaccessoires

Diese Unternehmensgruppe macht Portmeirion zu einem der bedeutendsten Akteure im britischen Heimtextil- und Tischkultur-Segment.

Die Verbindung zwischen dem Dorf und dem Geschirr

Es wäre eine Lücke, die Geschichte der Marke zu erzählen, ohne auf das Dorf Portmeirion selbst einzugehen. Das von Sir Clough Williams-Ellis gebaute Dorf in Gwynedd, Nordwales, ist heute ein Kulturdenkmal und zieht jährlich Hunderttausende von Besuchern an. Mit seinen bunten Fassaden, dem campanileartigen Turm und dem üppigen Garten verbreitet es eine unwirkliche mediterrane Atmosphäre – mitten im regnerischen Wales.

Das Dorf inspirierte nicht nur die Gründung der Marke, sondern auch deren Designsprache: die Lust an der Fülle, das Ineinanderspiel von Botanik und Architektur, die Überzeugung, dass Alltagsgegenstände Schönheit verdienen. Besucher des Dorfes können im dortigen Shop bis heute exklusive Portmeirion-Stücke erwerben, manche davon nur vor Ort erhältlich.

Materialien und Verarbeitung: Was steckt hinter der Qualität?

Portmeirion-Geschirr wird aus zwei Hauptmaterialien hergestellt:

Steinzeug (Stoneware): Das klassische Botanic-Garden- und Pomona-Geschirr besteht aus Steinzeug, einer robusten Keramikart, die bei sehr hohen Temperaturen gebrannt wird. Steinzeug ist dichter und weniger porös als normales Steingut, was es bruchfester und gegenüber Flüssigkeiten undurchlässiger macht. Die charakteristisch schwere, warme Haptik der Stücke ist typisch für dieses Material.

Feines Porzellan (Fine Porcelain): Neuere Kollektionen wie Sophie Conran werden aus feinem Porzellan hergestellt – leichter, transluzenter und mit einer glatteren Oberfläche als Steinzeug. Dieses Material gilt traditionell als höherwertiger, auch wenn die Qualität des Portmeirion-Steinzeugs ausgezeichnet ist.

Alle Portmeirion-Produkte sind – je nach Kollektion – für Spülmaschine, Mikrowelle und Backofen geeignet. Das Dekor wird unter Glasur eingebrannt, was es dauerhaft vor Ausbleichen, Abblättern und Beschädigung durch Reinigungsmittel schützt. Diese Unter-Glasur-Technik (englisch: „underglaze decoration”) ist ein wesentlicher Qualitätsfaktor, der Portmeirion von minderwertigen Nachahmerprodukten unterscheidet.

Portmeirion in Deutschland kaufen: Händler und Preise

Portmeirion ist in Deutschland über eine Reihe von Händlern erhältlich. Die Preisgestaltung variiert je nach Stück und Händler spürbar.

Spezialhändler

einrichtung-bonn.de ist einer der bekanntesten deutschen Spezialisten für britisches Porzellan. Das Geschäft in Bonn führt ein breites Sortiment an Botanic-Garden- und Pomona-Stücken. Henkelbecher sind ab ca. 19,90 Euro erhältlich, Salz- und Pfefferstreuer-Sets aus der Botanic-Garden-Reihe sind ebenfalls gelistet. Versandkostenfreiheit gilt ab 70 Euro Bestellwert innerhalb Deutschlands.

kippax.de aus Yorkshire, mit Versand nach Deutschland, spezialisiert sich ebenfalls auf britische Originalware und führt unter anderem die Sophie-Conran-Kollektion in Weiß.

Online-Marktplätze

Amazon.de bietet eine gut sortierte Auswahl, vor allem aus der Sophie-Conran-Reihe und einzelnen Botanic-Garden-Stücken. Preisvergleiche lohnen sich, da verschiedene Drittanbieter teils erhebliche Unterschiede aufweisen.

eBay.de ist besonders für den Secondhand-Kauf interessant. Da Portmeirion-Geschirr über Jahrzehnte produziert wurde und haltbar ist, findet man auf eBay zahlreiche gut erhaltene Stücke zu attraktiven Preisen – gebrauchte Einzelstücke beginnen teils bei 8 Euro, neue Sets (etwa das Harmony-3-teilige Geschirr-Set) liegen bei rund 43 Euro.

OTTO.de und Stylight bieten eine Auswahl, wobei Stylight zuweilen Rabatte von bis zu 42 Prozent gegenüber dem Normalpreis ausweist.

Lionshome.de führt ebenfalls eine Auswahl an Portmeirion-Produkten.

Preisrahmen als Orientierung

Als grober Richtwert lässt sich festhalten:

  • Einzelner Becher / Henkelbecher: ab ca. 18–25 Euro
  • Teller (Frühstück oder Dinner): ca. 20–35 Euro
  • Kleine Sets (3-teilig): ab ca. 43 Euro
  • Größere Tafelservices: 150 Euro aufwärts
  • Kleinaccessoires (Untersetzer, Streuer): ab ca. 15 Euro

Vergleichen lohnt sich – je nach Händler und laufenden Aktionen schwanken die Preise beachtlich.

Pflege und Langlebigkeit: So hält Portmeirion ein Leben lang

Ein Hauptargument für Portmeirion ist die außerordentliche Langlebigkeit. Viele Familien besitzen Stücke aus den 1970er und 1980er Jahren, die noch immer täglich im Einsatz sind – ein Beweis für die Robustheit des Materials und die Qualität des Dekors.

Spülmaschine: Die meisten Portmeirion-Stücke sind spülmaschinenfest. Empfehlenswert ist dennoch ein schonendes Programm bei maximal 60 Grad und die Vermeidung von Chlor-basierten Reinigungsmitteln, die über Zeit die Glasur angreifen können.

Mikrowelle: Grundsätzlich geeignet, sofern keine Metallakzente vorhanden sind. Dies ist bei Botanic Garden und Pomona in der Regel der Fall – beide Kollektionen sind mikrowellengeeignet.

Backofen: Steinzeug-Stücke vertragen Ofenwärme gut, jedoch sollten plötzliche Temperaturschwankungen vermieden werden (kein eiskaltes Stück direkt in den heißen Ofen stellen).

Aufbewahrung: Beim Stapeln empfiehlt sich die Verwendung von Filz- oder Schaumstoffzwischenlagen, um Kratzer auf der Glasuroberfläche zu vermeiden – besonders bei dekorativen Stücken.

Sammeln und Vervollständigen: Die Freude an der Vielfalt

Einer der unverwechselbaren Reize von Portmeirion – insbesondere der Botanic-Garden-Kollektion – liegt in der Sammelfreude. Da jedes Stück ein anderes botanisches Motiv trägt, beginnen viele Käufer damit, gezielt bestimmte Pflanzen zu suchen. Wer etwa die Passionsblume, die Kornblume und die Wildrosen-Darstellungen komplettieren möchte, betreibt eine Art kulinarische Botanik.

Dies hat eine treue Sammler-Community entstehen lassen – vor allem in Großbritannien, aber zunehmend auch in Deutschland. In Sozialen Netzwerken tauschen Sammler Fotos ihrer Zusammenstellungen aus, diskutieren seltene Motive und empfehlen sich gegenseitig Händler.

Für Einsteiger empfiehlt es sich, zunächst mit einem kleinen Set zu beginnen – etwa vier bis sechs Becher oder ein Frühstücks-Set – und die Kollektion dann nach und nach zu erweitern. Da Portmeirion auch Jahrzehnte alte Motive teilweise weiterführt, ist es oft möglich, das eigene Set über viele Jahre zu ergänzen.

Portmeirion als Geschenk: Klassiker für besondere Anlässe

Portmeirion-Geschirr gilt in Großbritannien seit Generationen als klassisches Hochzeitsgeschenk. Diese Tradition hat sich auch in Deutschland etabliert: Die Bekanntheit der Marke ist ausreichend verbreitet, dass ein Portmeirion-Stück als aufmerksames, kultiviertes Geschenk wahrgenommen wird – insbesondere für Naturliebhaber, Gärtner und Menschen mit einer Vorliebe für britischen Lifestyle.

Die Kombination aus nachweislicher Qualität, botanischer Schönheit und der Möglichkeit, das Set über die Jahre zu ergänzen, macht Portmeirion zu einem Geschenk mit echtem Mehrwert. Viele Händler bieten Geschenkverpackungen und individuelle Zusammenstellungen an.

Fazit: Zeitlose britische Tischkultur für jeden Tag

Portmeirion hat in über 60 Jahren Unternehmensgeschichte bewiesen, was gutes Design ausmacht: Es ist nicht modisch, sondern zeitlos. Die Botanic-Garden-Kollektion sieht heute genauso frisch aus wie 1972, weil sie auf botanische Präzision und natürliche Schönheit setzt statt auf flüchtige Trends.

Für deutsche Käufer ist Portmeirion über mehrere gut sortierte Händler zugänglich – von einrichtung-bonn.de über Amazon.de bis hin zu eBay-Marktplätzen für gebrauchte Stücke. Die Preisgestaltung ist fair für das Qualitätsniveau, und mit etwas Geduld beim Preisvergleich lassen sich attraktive Angebote finden.

Ob als erster Becher für den Morgenkaffee, als Tafelservice für besondere Gäste oder als Sammelstück für Botanik-Liebhaber: Portmeirion ist eine Investition in tägliche Schönheit – und die hält ein Leben lang.


Quellen:

MW
Marco Weiss

Author of Leicht Gewandert. Sharing insights and practical tips on topics that matter.