Lizzie Cundy: Vom „Original-WAG" zur festen Größe im britischen Fernsehen

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Wer sich mit britischer Promi- und Fernsehkultur beschäftigt, stößt früher oder später auf einen Namen, der seit über zwei Jahrzehnten regelmäßig in den Schlagzeilen auftaucht: Lizzie Cundy. Die Engländerin hat einen bemerkenswerten Weg hinter sich – vom Model über die Fußballer-Ehefrau bis hin zur gefragten Fernsehmoderatorin, Radiostimme und Kolumnistin. In diesem Artikel werfen wir einen ausführlichen Blick auf ihre Biografie, ihre Karrierestationen, ihr Privatleben und die Gründe, warum sie bis heute zu den präsentesten Gesichtern der britischen Unterhaltungsbranche zählt.

Wer ist Lizzie Cundy?

Lizzie Cundy wurde am 2. Mai 1968 als Elizabeth Jane Miller in Richmond geboren, einem wohlhabenden Stadtteil im Südwesten Londons. Heute ist sie vor allem als Fernsehpersönlichkeit, Moderatorin und Society-Ikone bekannt. Ihren Nachnamen trägt sie aus ihrer Ehe mit dem ehemaligen Profifußballer Jason Cundy, der in den 1990er-Jahren unter anderem für den FC Chelsea und Tottenham Hotspur spielte.

In Großbritannien gilt sie als eine der sogenannten „Original WAGs” – der Begriff „WAG” steht für „Wives and Girlfriends” und bezeichnet die Partnerinnen prominenter Fußballspieler. Lange bevor dieser Ausdruck durch die Weltmeisterschaft 2006 zum Medienphänomen wurde, stand Lizzie Cundy bereits als Spielerfrau im Rampenlicht. Anders als viele andere Frauen aus diesem Umfeld gelang ihr jedoch der Sprung zu einer eigenständigen Medienkarriere, die bis heute andauert.

Frühe Jahre: Ausbildung und Modelkarriere

Bevor Lizzie Cundy im Fernsehen Fuß fasste, arbeitete sie erfolgreich als Model. Nach Angaben ihrer Redneragenturen absolvierte sie eine Schauspielausbildung an der renommierten Central School of Speech and Drama in London – einer Institution, die zahlreiche bekannte britische Schauspielerinnen und Schauspieler hervorgebracht hat.

Ihre Modelkarriere führte sie um die ganze Welt. Sie lief unter anderem für bekannte britische Designer wie Jasper Conran und das Designerduo The Emanuels, das durch das Hochzeitskleid von Prinzessin Diana Weltruhm erlangte. Diese frühen Jahre in der Mode- und Unterhaltungsbranche legten den Grundstein für ihre spätere Medienpräsenz: Sie lernte, sich vor Kameras zu bewegen, mit der Presse umzugehen und sich in der Londoner Gesellschaft zu vernetzen.

Ihre Schauspielausbildung blieb ebenfalls nicht ungenutzt. In Agenturbiografien werden kleinere Auftritte in großen Filmproduktionen sowie in britischen Fernsehserien erwähnt, darunter auch die traditionsreiche BBC-Seifenoper „EastEnders”. Auch wenn diese Rollen überschaubar blieben, zeigen sie, dass Cundy von Beginn an mehr anstrebte als ein Leben ausschließlich an der Seite eines Prominenten.

Die Ehe mit Jason Cundy und das Leben als Spielerfrau

1994 heiratete Lizzie den Fußballprofi Jason Cundy. Die Ehe machte sie schlagartig zu einem Teil der Londoner Fußballprominenz. In den 1990er-Jahren war das Interesse der britischen Boulevardpresse an den Partnerinnen der Premier-League-Stars bereits groß, und Lizzie Cundy verstand es, diese Aufmerksamkeit geschickt zu nutzen.

Das Paar bekam zwei Söhne, Josh und James. Die Familie durchlebte allerdings auch schwere Zeiten: 1997 erkrankte Jason Cundy an Hodenkrebs. Er besiegte die Krankheit und kehrte sogar auf den Fußballplatz zurück – eine Erfahrung, die beide später öffentlich thematisierten, um auf die Bedeutung der Krebsvorsorge aufmerksam zu machen. Bis heute engagiert sich Lizzie Cundy für wohltätige Zwecke, insbesondere im Bereich der Krebshilfe.

Die Ehe zerbrach nach rund 16 Jahren. Um das Jahr 2010 trennte sich das Paar, die Scheidung folgte wenig später. In Interviews sprach Lizzie Cundy offen über die schwierige Zeit nach der Trennung – und darüber, wie sie sich beruflich neu erfand. Bemerkenswert ist, dass sie und ihr Ex-Mann, der heute selbst als Radiomoderator arbeitet, über die Jahre ein respektvolles Verhältnis bewahrt haben, nicht zuletzt wegen der gemeinsamen Söhne.

Der Durchbruch im Fernsehen

GMTV und die Frühstücksfernseh-Ära

Ihren Einstieg ins Fernsehen fand Lizzie Cundy über das britische Frühstücksfernsehen. Für GMTV, das damalige Morgenprogramm des Senders ITV, berichtete sie unter anderem über die Fußball-Weltmeisterschaft und entwickelte sich zu einer festen Diskussionsteilnehmerin. Ihre Doppelrolle als ehemalige Spielerfrau und ausgebildete Medienpersönlichkeit machte sie zur idealen Besetzung: Sie kannte die Fußballwelt von innen und konnte gleichzeitig unterhaltsam und pointiert darüber sprechen.

This Morning und Daybreak

Es folgten regelmäßige Auftritte in den bekanntesten Tagesformaten des britischen Fernsehens, allen voran „This Morning” und „Daybreak” auf ITV. In diesen Sendungen trat sie als Kommentatorin zu Society-Themen, Lifestyle-Fragen und aktuellen Debatten auf. Ihre direkte, humorvolle Art kam beim Publikum an und sicherte ihr über Jahre hinweg wiederkehrende Einladungen.

Reality-TV: Celebrity Coach Trip

2011 nahm Lizzie Cundy an der zweiten Staffel von „Celebrity Coach Trip” auf Channel 4 teil, einer Promi-Version des beliebten Reiseformats, bei dem Prominente gemeinsam in einem Reisebus durch Europa touren. Die Sendung wurde im Oktober 2011 ausgestrahlt und zeigte eine nahbare, selbstironische Seite der Moderatorin, die ihr weitere Sympathien beim britischen Publikum einbrachte.

Roter Teppich: ITV at the Movies

2012 übernahm sie eine Aufgabe, die wie geschaffen für sie war: Als Reporterin für den roten Teppich arbeitete sie für das Filmmagazin „ITV at the Movies” auf ITV2, an der Seite von David Bass und James King. Bei Filmpremieren und Galas interviewte sie internationale Stars – ein Terrain, auf dem sie sich dank ihrer langjährigen Erfahrung in der Londoner Gesellschaft sicher bewegte. Bis heute gehören Auftritte und Berichterstattung vom roten Teppich zu ihrem Kerngeschäft.

Bühne, Radio und Kolumnen: Eine vielseitige Medienkarriere

Musical-Hauptrolle in „WAGS”

2014 wagte Lizzie Cundy den Schritt auf die Theaterbühne: Sie übernahm eine Hauptrolle im Londoner Musical „WAGS”, das sich – passenderweise – satirisch mit der Welt der Fußballerfrauen auseinandersetzte. Kaum eine Besetzung hätte authentischer sein können, schließlich hatte sie dieses Leben selbst über viele Jahre geführt. Die Rolle unterstrich ihre Fähigkeit zur Selbstironie, die in der britischen Unterhaltungskultur besonders geschätzt wird.

Radiokarriere bei FUBAR Radio

Neben dem Fernsehen etablierte sich Cundy auch im Radio. Bei FUBAR Radio moderiert sie gemeinsam mit Stephen Leng die wöchentliche Showbiz-Sendung „Access All Areas”, in der Prominente zu Gast sind und über Neuigkeiten aus der Unterhaltungswelt gesprochen wird. Das Format läuft seit Jahren erfolgreich und hat sich als feste Größe im britischen Promi-Journalismus etabliert.

Kolumnistin und Kommentatorin

Auch als schreibende Journalistin ist Lizzie Cundy aktiv: Sie verfasste unter anderem eine Ratgeber-Kolumne für die „Daily Mail”. Darüber hinaus ist sie regelmäßiger Gast in Nachrichten- und Talkformaten britischer Sender – von Sky News über GB News bis TalkTV. Besonders häufig ist sie in der Diskussionssendung von Jeremy Vine auf Channel 5 zu sehen, wo sie zu gesellschaftlichen und Boulevard-Themen Stellung bezieht. Auch in jüngster Zeit blieb sie präsent: So trat sie etwa im Herbst 2025 in der Sendung von Vanessa Feltz auf und war Anfang 2026 im Format „Storm & Alexis” zu Gast.

Stil-Ikone und Dauergast auf dem roten Teppich

Ein wesentlicher Teil von Lizzie Cundys öffentlichem Image ist ihr Auftreten bei Galas, Premieren und Wohltätigkeitsveranstaltungen. Die britische Boulevardpresse berichtet regelmäßig über ihre Outfits, die oft glamourös und auffällig ausfallen. Mit Ende fünfzig demonstriert sie ein Selbstbewusstsein, das viele Beobachterinnen und Beobachter als erfrischend empfinden: Sie äußert sich offen zu Themen wie Älterwerden im Rampenlicht, Schönheitsdruck und dem Umgang mit öffentlicher Kritik.

Dieses Selbstverständnis hat ihr eine treue Anhängerschaft eingebracht, insbesondere unter Frauen, die sich von den üblichen Altersklischees der Unterhaltungsbranche nicht einschränken lassen wollen. In den sozialen Medien teilt sie Einblicke in ihr Leben zwischen Fernsehstudios, Charity-Events und Familienmomenten und pflegt so den direkten Kontakt zu ihrem Publikum.

Privatleben und Familie

Trotz ihrer öffentlichen Präsenz hält Lizzie Cundy viele private Details bewusst zurück. Bekannt ist, dass sie zwei erwachsene Söhne hat, auf die sie nach eigenen Aussagen sehr stolz ist. Im Jahr 2025 heiratete einer ihrer Söhne – ein Ereignis, das sie öffentlich als besonders emotionalen und glücklichen Moment beschrieb.

Nach der Scheidung von Jason Cundy wurde ihr Liebesleben immer wieder zum Thema der Boulevardpresse, und ihr wurden verschiedene Beziehungen nachgesagt. Sie selbst geht mit solchen Spekulationen meist humorvoll um und betont, dass ihre Unabhängigkeit und ihre Karriere für sie an erster Stelle stehen.

Wohltätiges Engagement

Weniger bekannt, aber ein fester Bestandteil ihres Wirkens, ist Lizzie Cundys Engagement für wohltätige Zwecke. Geprägt durch die Krebserkrankung ihres damaligen Ehemanns unterstützt sie seit Jahren Organisationen im Bereich der Krebshilfe und -forschung. Darüber hinaus tritt sie regelmäßig bei Benefizveranstaltungen auf, moderiert Galas und versteigert sich – im wörtlichen Sinne – auch mal selbst für den guten Zweck, etwa in Form von gemeinsamen Abendessen, deren Erlös gespendet wird.

Dieses Engagement verschafft ihr auch jenseits der Klatschspalten Anerkennung und zeigt eine Seite, die im schnelllebigen Promi-Geschäft oft untergeht: die der verlässlichen Unterstützerin gemeinnütziger Anliegen.

Warum ist Lizzie Cundy auch im deutschsprachigen Raum interessant?

Im deutschsprachigen Raum ist Lizzie Cundy vor allem jenen ein Begriff, die sich für britische Promikultur, Royals-Berichterstattung und die englische Fußballwelt interessieren. Wer britische Formate wie „This Morning” verfolgt oder englischsprachige Boulevardmedien liest, begegnet ihr regelmäßig.

Ihr Werdegang ist zudem ein interessantes Fallbeispiel für ein Phänomen, das es in dieser Form im deutschsprachigen Fernsehen kaum gibt: die „WAG-Kultur”. In England entwickelte sich um die Partnerinnen der Fußballstars ein eigenes Mediengenre mit eigenen Stars, Skandalen und Karrieren. Lizzie Cundy gehört zu den wenigen Frauen dieser ersten Generation, die den Übergang von der „Frau an seiner Seite” zur eigenständigen Medienmarke vollzogen haben – und das über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg.

Ihr Beispiel zeigt auch, wie durchlässig die britische Medienlandschaft ist: Wer schlagfertig ist, Geschichten liefern kann und sich selbst nicht zu ernst nimmt, findet dort auch ohne klassischen Journalismus-Hintergrund dauerhaft Beschäftigung – im Fernsehen, im Radio und in den Printmedien gleichermaßen.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt ist Lizzie Cundy?

Lizzie Cundy wurde am 2. Mai 1968 geboren und ist damit 58 Jahre alt (Stand: 2026).

Womit wurde Lizzie Cundy bekannt?

Bekannt wurde sie zunächst als Model und als Ehefrau des Fußballprofis Jason Cundy. Ihren Durchbruch als eigenständige Medienpersönlichkeit schaffte sie über das britische Frühstücksfernsehen, insbesondere durch ihre Arbeit für GMTV sowie regelmäßige Auftritte bei „This Morning” und „Daybreak”.

Ist Lizzie Cundy noch verheiratet?

Nein. Die Ehe mit Jason Cundy, aus der zwei Söhne hervorgingen, wurde nach der Trennung um das Jahr 2010 geschieden. Seither ist sie offiziell nicht wieder verheiratet.

Wo kann man Lizzie Cundy aktuell sehen und hören?

Sie ist weiterhin regelmäßig im britischen Fernsehen zu Gast, unter anderem in Talk- und Diskussionsformaten auf Channel 5, GB News und TalkTV. Im Radio moderiert sie die wöchentliche Sendung „Access All Areas” bei FUBAR Radio. Hinzu kommen Auftritte bei Premieren, Galas und Wohltätigkeitsveranstaltungen.

War Lizzie Cundy Schauspielerin?

Ja, sie absolvierte eine Schauspielausbildung in London und hatte kleinere Rollen in Film- und Fernsehproduktionen, darunter Auftritte in britischen Serien. 2014 stand sie zudem in einer Hauptrolle im Londoner Musical „WAGS” auf der Bühne.

Fazit: Eine Karriere mit Ausdauer

Lizzie Cundys Laufbahn ist ein Paradebeispiel dafür, wie man sich in der schnelllebigen Unterhaltungsbranche über Jahrzehnte behauptet. Sie hat es verstanden, jede Phase ihres Lebens – Model, Spielerfrau, alleinerziehende Mutter, Moderatorin – in eine neue berufliche Chance zu verwandeln. Statt sich auf den frühen Ruhm als „Original-WAG” zu verlassen, baute sie sich Schritt für Schritt eine breite Medienpräsenz auf: Fernsehen, Radio, Printkolumnen, Bühne und Charity.

Dass sie auch mit Ende fünfzig noch regelmäßig gebucht wird, spricht für ihre Professionalität und ihren Unterhaltungswert. Wer die britische Promiwelt verstehen will, kommt an Persönlichkeiten wie ihr nicht vorbei – denn sie verkörpert eine Ära des englischen Boulevards, die den Übergang vom klassischen Zeitungsklatsch zur heutigen Social-Media-Öffentlichkeit miterlebt und mitgeprägt hat.

Quellen


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MW
Marco Weiss

Author of Leicht Gewandert. Sharing insights and practical tips on topics that matter.