Katie Price: Vom Page-3-Girl zur Unternehmerin — Leben, Karriere und Comeback einer britischen Ikone

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Katie Price gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten Großbritanniens. Kaum eine andere Britin hat es geschafft, über drei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich im Rampenlicht zu stehen — durch Glamour-Fotografie, Reality-TV, Bücher, Musik, Unternehmertum und eine schier endlose Reihe persönlicher Dramen, die die Boulevardmedien weltweit beschäftigen. Wer ist Katie Price, und warum fasziniert sie Millionen von Menschen?


Von Brighton nach London: Die frühen Jahre

Katie Price wurde am 22. Mai 1978 in Brighton, England, als Katrina Amy Alexandra Alexis Infield geboren. Als sie vier Jahre alt war, verließ ihr Vater die Familie. Ihre Mutter heiratete später einen Mann namens Price, seitdem trägt sie diesen Nachnamen. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, brach Katie die Schule ohne Abschluss ab und zog früh nach London — mit dem festen Willen, bekannt zu werden.

Bereits mit 13 Jahren entstanden erste Fotoaufnahmen für Modekataloge. Ihre Karriere entwickelte sich rasch in Richtung Glamour-Fotografie, und was folgte, machte sie zu einem festen Begriff in der britischen Popkultur.


Jordan: Der Aufstieg als Page-3-Girl

In den 1990er Jahren wurde Katie Price unter dem Künstlernamen Jordan landesweit bekannt. Als sogenanntes „Page-3-Girl” der britischen Boulevardzeitung The Sun erschien sie regelmäßig auf der berüchtigten dritten Seite des Blattes — eine Institution im britischen Tabloid-Journalismus, die Glamour-Modelle in den Vordergrund rückte. Ihre ausgeprägte Körperlichkeit, mehrfache Brustvergrößerungen und provokante öffentliche Auftritte — unter anderem bei Formel-1-Veranstaltungen — machten sie zu einem der meistfotografierten Gesichter Großbritanniens.

Jordan war kein zufälliger Spitzname: Er stand für ein sorgfältig konstruiertes Alter Ego, mit dem Katie Price eine Marke aufbaute, die weit über die Modewelt hinausging. Erst später, als sie sich neu erfinden wollte, legte sie den Namen wieder ab und trat fortan ausschließlich als Katie Price auf.


Reality-TV: Der Sprung ins Wohnzimmer Großbritanniens

Der entscheidende Schritt zur Massenpopularität gelang ihr 2004 mit ihrer Teilnahme an Celebrity Big Brother. Die Sendung machte sie einem noch breiteren Publikum bekannt und ebnete den Weg für ihre eigene Reality-Show Katie & Peter (2004–2009), die sie gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Peter André produzierte. Das Format war ein voller Erfolg: Millionen Zuschauer verfolgten das Paar durch Hochzeiten, Geburten und schließlich eine sehr öffentliche Trennung.

2015 nahm sie erneut an Celebrity Big Brother teil — diesmal als Gewinnerin. Ein Comeback nach Jahren voller Skandale, das zeigt, wie sehr das britische Publikum eine Frau schätzt, die sich immer wieder neu erfindet.


Unternehmerin, Autorin und Sängerin: Das Imperium Katie Price

Jenseits der Kamera baute Katie Price ein beachtliches Geschäftsimperium auf. Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms in den mittleren 2000er Jahren wurde ihr Vermögen auf bis zu 45 bis 47 Millionen Euro geschätzt. Zu ihren Geschäftsfeldern zählten:

  • Parfüme und Schönheitslinie: Eine der erfolgreichsten Einnahmequellen, mit mehreren Duftkreationen unter ihrem eigenen Namen.
  • Bekleidung und Reitsport: Katie Price, selbst begeisterte Reiterin, brachte eine Produktlinie für den Reitsport auf den Markt.
  • Bücher: Hier liegt vielleicht ihre bemerkenswerteste Leistung als Unternehmerin. Sie veröffentlichte acht Autobiografien, elf Romane sowie zwei Kinderbuchreihen — und verkaufte damit über 3 Millionen Bücher weltweit. Ihre Autobiografien führten die britischen Bestsellerlisten regelmäßig an.
  • Musik: Auch als Sängerin versuchte sie ihr Glück, mit gemischtem Erfolg. Am britischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest nahm sie teil — vergeblich. 2006 veröffentlichte sie gemeinsam mit Peter André eine Platte.

Insolvenz und Wendepunkt

Was wie eine unaufhaltsame Erfolgsstory wirkte, nahm ab Mitte der 2010er Jahre eine dramatische Wendung. Teure Scheidungen, kostspielige Immobilienkäufe und ein aufwendiger Lebensstil zehrten an dem einst enormen Vermögen. 2019 erklärte ein Londoner Gericht Katie Price offiziell für insolvent — ein Fall, der in Großbritannien für erhebliches Aufsehen sorgte.

Vom einstigen Vermögen von geschätzten 47 Millionen Euro blieben nach Angaben verschiedener Quellen nur noch rund 1,4 Millionen Euro übrig. Dennoch kämpfte sie sich zurück — durch Podcast-Auftritte, neue Buchprojekte und die ungebrochene Medienpräsenz, die ihr Markenzeichen ist.


Privatleben im Fokus: Ehen, Kinder und Kontroversen

Kaum ein anderer Aspekt von Katie Prices Leben wurde so intensiv beleuchtet wie ihr Liebesleben. Sie war mehrfach verheiratet:

  • Peter André (2005–2009): Die Ehe mit dem australisch-britischen Sänger war die wohl bekannteste Phase ihres Privatlebens. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, Junior und Princess. Trotz der sehr öffentlichen Trennung einigten sich die beiden zuletzt auf eine entspanntere Coelternschaft.
  • Alex Reid (2010–2011): Die kurze Ehe mit dem Kampfsportler sorgte für Schlagzeilen.
  • Kieran Hayler (2013–2019): Auch diese Ehe endete in einem öffentlichen Skandal.

Insgesamt hat Katie Price fünf Kinder, unter anderem ihren ältesten Sohn Harvey, der mit einer seltenen genetischen Erkrankung lebt und für den sie sich öffentlich als Fürsprecherin für Menschen mit Behinderungen eingesetzt hat.


2026: Heirat, Schwangerschaft und großes Dokumentar-Comeback

Das Jahr 2026 markiert ein weiteres turbulentes Kapitel: Im Februar 2026 heiratete Katie Price Lee Andrews in Abu Dhabi. Nur kurz darauf verkündete sie — mit 47 Jahren — eine Schwangerschaft. Die Nachricht schlug in den britischen Medien wie eine Bombe ein und sorgte erneut für wochenlange Schlagzeilen.

Gleichzeitig kündigte der britische Sender Sky eine vierteilige Dokumentarserie an: “Katie Price: Nothing to Hide”, die am 8. Juli 2026 auf Sky und dem Streamingdienst NOW erscheint. Produziert von Mindhouse Productions — dem von Dokumentarlegende Louis Theroux mitgegründeten Produktionshaus — und unter der Regie von Paddy Wivell verspricht die Serie eine schonungslose Aufarbeitung von drei Jahrzehnten im Rampenlicht.

Laut Sky werden neben Katie Price selbst auch frühere Partner zu Wort kommen, darunter Alex Reid, Gareth Gates und Dane Bowers. Die Serie kombiniert Archivmaterial mit neuen Interviews und soll auch bisher unveröffentlichtes Material zeigen. Themen wie der Aufstieg als Jordan, der finanzielle Absturz und der Kampf um Neuanfänge stehen im Mittelpunkt.


Podcast und mediale Gegenwart

Neben der Dokumentarserie ist Katie Price heute regelmäßig im Podcast-Format zu hören. The Katie Price Show ist ihr eigenes Audio-Format, in dem sie persönliche Einblicke gibt, aktuelle Themen kommentiert und Gäste empfängt. Die Reichweite zeigt: Auch ohne die klassischen Tabloid-Plattformen der Nullerjahre versteht sie es, Publikum zu erreichen.


Warum fasziniert Katie Price so viele Menschen?

Die Frage nach dem anhaltenden Interesse an Katie Price ist berechtigt. Kulturwissenschaftler und Medienkritiker sehen in ihr ein Spiegelbild gesellschaftlicher Widersprüche: Einerseits verkörpert sie einen Feminismus der Selbstvermarktung — eine Frau, die ihren Körper und ihre Geschichte bewusst als Kapital einsetzt. Andererseits wird sie regelmäßig Opfer eines Mediensystems, das sie gleichzeitig aufbaut und demontiert.

Dabei bleibt ein Faktum bemerkenswert: Während viele Prominente aus derselben Ära längst vergessen sind, bleibt Katie Price ein fester Bestandteil der britischen Kulturlandschaft. Ihre Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden — als Model, Reality-Star, Autorin, Unternehmerin und jetzt als Dokumentarprotagonistin — ist eine Form von Resilienz, die schwer zu ignorieren ist.


Fazit: Eine Karriere, die keine Pause kennt

Katie Price ist mehr als ein Promi-Phänomen. Sie ist eine Unternehmerin, die Millionen von Büchern verkauft hat; eine Mutter, die öffentlich für ihren Sohn Harvey kämpft; eine Frau, die trotz Insolvenz und medialer Vernichtungsfeldzüge immer wieder aufsteht. Ob man sie verehrt oder kritisiert — ignorieren lässt sie sich nicht.

Mit der Sky-Dokumentarserie Nothing to Hide im Sommer 2026 steht das nächste Kapitel bereits in den Startlöchern. Für Fans wie für Kritiker dürfte es spannend werden, was drei Jahrzehnte im Spotlight — ungeschnitten und unzensiert — zu erzählen haben.


Quellen:

MW
Marco Weiss

Author of Leicht Gewandert. Sharing insights and practical tips on topics that matter.