Jodie Comer: Vom Liverpooler Mädchen zur gefeiertsten Schauspielerin ihrer Generation

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Da es sich beim Thema um eine Person (die Schauspielerin Jodie Comer) und nicht um ein Produkt handelt, gibt es keine Preise oder technischen Spezifikationen zu prüfen. Ich habe stattdessen die biografischen Fakten, die Filmografie und die Auszeichnungen über Wikipedia und aktuelle Branchenquellen verifiziert. Hier ist der Artikel:


Es gibt Schauspielerinnen, die langsam in das öffentliche Bewusstsein wachsen, und es gibt jene, die scheinbar über Nacht alles verändern. Jodie Comer gehört zur zweiten Sorte. Mit ihrer Rolle als psychopathische Auftragsmörderin Villanelle in der Serie „Killing Eve” wurde sie binnen weniger Monate vom weitgehend unbekannten britischen Fernsehgesicht zur international gefeierten Darstellerin. Was viele nicht ahnen: Hinter dem mörderischen Charme und den makellosen Akzenten steckt eine junge Frau aus der Arbeiterschicht Liverpools, die nie eine Schauspielschule besuchte und deren Karriere mit einem Zufall begann. Dieser Artikel zeichnet ihren Weg nach, ordnet ihre wichtigsten Rollen ein und blickt auf das, was 2025 und 2026 von ihr zu erwarten ist.

Herkunft und frühe Jahre in Liverpool

Jodie Comer wurde am 11. März 1993 in Liverpool im Nordwesten Englands geboren. Sie wuchs im Stadtteil Childwall auf, in einer Familie, die mit dem Filmgeschäft nichts zu tun hatte. Ihre Mutter Donna arbeitete bei der Nahverkehrsgesellschaft Merseyrail, ihr Vater James war als Physiotherapeut tätig – unter anderem für den Fußballverein Everton FC. Jodie ist das ältere von zwei Kindern; sie hat einen jüngeren Bruder.

Bezeichnend für ihren Werdegang ist, dass Comer nie eine klassische Schauspielausbildung durchlief. Sie besuchte die St. Julie’s Catholic High School und nahm am Wochenende Unterricht an einer Liverpooler Theaterschule. Den entscheidenden Anstoß gab eine Lehrerin: Sie vermittelte der damals Vierzehnjährigen die Gelegenheit, für ein Hörspiel des Senders BBC Radio 4 vorzusprechen. Comer überzeugte – und legte damit den Grundstein für eine Laufbahn, die sich zunächst ganz organisch und ohne den Umweg über eine renommierte Drama School entwickelte.

Diese Herkunft prägt sie bis heute. Comer spricht im Privaten einen ausgeprägten Scouse-Dialekt, den charakteristischen Liverpooler Akzent, der so gar nicht zu vielen ihrer Figuren passen will. Gerade darin liegt ein Teil ihres Talents: Ihre Wandlungsfähigkeit bei Akzenten ist legendär und hat ihr immer wieder Bewunderung eingebracht.

Der Weg durchs britische Fernsehen

Bevor der große Durchbruch kam, sammelte Comer über Jahre hinweg solide Erfahrung im britischen Fernsehen. Sie übernahm Gastrollen und Nebenrollen in Serien, die dem deutschen Publikum größtenteils unbekannt sein dürften, im Vereinigten Königreich aber feste Größen sind. Dazu zählten Auftritte in Krimi- und Dramaformaten, in denen sie sich Schritt für Schritt ein Repertoire erarbeitete.

Wichtige Stationen dieser Phase waren historische und zeitgenössische Dramen, in denen sie zunehmend größere Parts spielte. Sie verkörperte junge Frauen in Kostümdramen ebenso wie Figuren in düsteren Gegenwartsstoffen. Diese Jahre waren kein glamouröser Schnelldurchlauf, sondern handwerkliche Aufbauarbeit – und genau diese Bandbreite an Erfahrungen sollte sich später auszahlen, als sie eine der komplexesten Serienfiguren des jüngeren Fernsehens zum Leben erwecken musste.

2017 stand Comer für den Kinofilm „England Is Mine” vor der Kamera, eine Annäherung an die frühen Jahre des Musikers Morrissey, in der sie eine der Hauptfiguren spielte. Der Film blieb ein Achtungserfolg im Arthouse-Bereich, doch er deutete bereits an, dass Comer bereit war für größere Aufgaben.

„Killing Eve”: Der Durchbruch als Villanelle

Alles änderte sich 2018 mit „Killing Eve”. Die Serie, basierend auf den Romanen von Luke Jennings und für das Fernsehen adaptiert von Phoebe Waller-Bridge, erzählt das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der MI6-Mitarbeiterin Eve Polastri und der Auftragskillerin Villanelle. Comer übernahm die Rolle der Villanelle – einer russischen Attentäterin, die ihre Morde mit kühler Eleganz, theatralischem Stil und einer beunruhigenden Verspieltheit inszeniert.

Die Figur hätte leicht zur Karikatur geraten können: eine schöne, modisch gekleidete Mörderin ohne Gewissen. Doch Comer gab ihr eine Tiefe, die das Publikum gleichermaßen anzog und abstieß. Ihre Villanelle ist verführerisch und brutal, kindlich und berechnend, oft im selben Atemzug. Hinzu kam die schauspielerische Glanzleistung, die Figur in zahlreichen Sprachen und Akzenten auftreten zu lassen – Villanelle bewegt sich quer durch Europa und wechselt Identitäten wie Garderoben.

Die Serie lief von 2018 bis 2022 über vier Staffeln und wurde zum internationalen Phänomen. Für ihre Darstellung erhielt Comer 2019 den Primetime Emmy Award als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie – eine bemerkenswerte Auszeichnung für eine damals erst Mitte zwanzigjährige Schauspielerin, die sich gegen etablierte Hollywood-Größen durchsetzte. Dazu kamen zwei BAFTA Television Awards als beste Schauspielerin (2019 und 2022). „Killing Eve” katapultierte Comer aus der britischen Fernsehlandschaft direkt in die erste Liga des internationalen Schauspiels.

Der Sprung nach Hollywood

Mit dem Renommee aus „Killing Eve” öffneten sich die Türen zum großen Kino. 2021 war ein Schlüsseljahr: Gleich zwei sehr unterschiedliche Filme zeigten Comers Spannweite.

In Ridley Scotts Historiendrama „The Last Duel” spielte sie Marguerite de Carrouges, eine adlige Frau im Frankreich des 14. Jahrhunderts, die ihre Vergewaltigung öffentlich macht und damit ein gerichtliches Duell auslöst – das letzte offiziell sanktionierte seiner Art in Frankreich. An der Seite von Matt Damon, Adam Driver und Ben Affleck lieferte Comer eine vielschichtige Darstellung, die den Film trotz durchwachsener Kinokassen zu einem von der Kritik geschätzten Werk machte. Ihre Rolle galt vielen als das emotionale Zentrum des Films.

Im selben Jahr zeigte sie ihre komödiantische und actionreiche Seite in „Free Guy” neben Ryan Reynolds. In der Videospiel-Komödie spielte sie Millie beziehungsweise deren Avatar „Molotov Girl” – eine Programmiererin, die in einer offenen Spielwelt nach Beweisen sucht. Der Film wurde ein kommerzieller Erfolg und bewies, dass Comer auch im Blockbuster-Format und im leichteren Fach funktioniert. Der Kontrast zwischen der mittelalterlichen Tragödie und der knallbunten Spielwelt hätte kaum größer sein können – und genau das unterstrich ihre Vielseitigkeit.

In ihrer Filmografie taucht zudem ein kurzer, viel diskutierter Auftritt in „Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers” (2019) auf, in dem sie in einer Rückblende die Mutter der Hauptfigur Rey verkörperte.

Prima Facie: Der Triumph auf der Theaterbühne

So beeindruckend ihre Film- und Fernseharbeit ist – ihr wohl mutigster und am höchsten dekorierter Schritt führte zurück auf die Bühne. 2022 gab Comer ihr Debüt am Londoner West End in Suzie Millers Ein-Personen-Stück „Prima Facie”.

Das Stück ist eine schauspielerische Tour de Force: Comer steht als einzige Darstellerin rund hundert Minuten allein auf der Bühne. Sie spielt Tessa Ensler, eine ehrgeizige Strafverteidigerin, die sich darauf spezialisiert hat, Mandanten in Fällen sexueller Übergriffe zu verteidigen. Bis sie selbst Opfer einer Vergewaltigung wird und am eigenen Leib erfährt, wie das Rechtssystem mit Betroffenen umgeht. Das Stück ist ein eindringliches Plädoyer über die Lücken im Justizsystem und verlangt der Hauptdarstellerin emotional wie körperlich alles ab.

Comers Leistung wurde gefeiert. Sie gewann den Laurence Olivier Award als beste Schauspielerin – die höchste Theaterauszeichnung Großbritanniens. 2023 transferierte die Produktion an den Broadway nach New York, wo Comer ihr Broadway-Debüt gab. Dort krönte sie ihren Erfolg mit dem Tony Award als beste Hauptdarstellerin in einem Theaterstück. Damit gehört sie zu der seltenen Gruppe von Darstellern, die in kürzester Zeit sowohl die wichtigsten Fernseh- als auch Theaterpreise des englischsprachigen Raums gewonnen haben.

Bemerkenswert: Für eine Schauspielerin, die nie eine Schauspielschule besuchte, ist ein Solo-Theaterabend mit anschließendem Tony Award ein außergewöhnliches Statement. Es widerlegte alle, die ihren Erfolg auf eine einzige ikonische Fernsehrolle reduzieren wollten.

Weitere Filmrollen: Bandbreite statt Wiederholung

Comer hat sich konsequent gegen die naheliegende Versuchung gewehrt, ähnliche Rollen wie Villanelle anzunehmen. Stattdessen wählt sie Projekte, die sie fordern.

In „The End We Start From” (2023) spielte sie eine junge Mutter, die mit ihrem Neugeborenen vor einer Umweltkatastrophe und einer überfluteten Welt fliehen muss. Der Film ist ein stiller, eindringlicher Überlebensthriller, der stark auf Comers stille Präsenz baut.

In „The Bikeriders” (2023/2024) von Regisseur Jeff Nichols verkörperte sie Kathy, die Frau eines Mitglieds eines Motorradclubs im Mittleren Westen der USA der 1960er Jahre. An der Seite von Tom Hardy und Austin Butler erzählt sie große Teile der Geschichte aus ihrer Perspektive – wieder mit einem makellosen, diesmal US-amerikanischen Akzent, der das Publikum staunen ließ.

2025 kehrte Comer ins Genre-Kino zurück: In „28 Years Later”, der Fortsetzung des von Danny Boyle begründeten Zombie-Horror-Universums, spielte sie die Figur Isla. Der Film setzt die Geschichte einer von einem Virus verwüsteten Welt fort und bot Comer die Gelegenheit, in einem hochkarätig besetzten Spektakel mitzuwirken, das gleichzeitig Spannung und familiäres Drama verbindet.

Jodie Comer 2025 und 2026: Aktuelle und kommende Projekte

Wer Comers Terminkalender betrachtet, erkennt eine Schauspielerin auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft, die zwischen Bühne und Leinwand pendelt.

Für das Jahr 2026 ist der Film „The Death of Robin Hood” angekündigt. Unter der Regie von Michael Sarnoski und an der Seite von Hugh Jackman wird Comer eine Figur in einer düsteren Neuinterpretation des Robin-Hood-Stoffes spielen. Das Projekt verspricht eine weitere Abkehr von gängigen Erwartungen an den Sagenstoff.

Darüber hinaus stehen mehrere Projekte in der Postproduktion oder Entwicklung. Dazu zählen ein psychologischer Thriller, ein Stoff mit dem Arbeitstitel „The Last Disturbance of Madeline Hynde”, sowie weitere Filmvorhaben. Konkrete Starttermine für diese Projekte standen zum Zeitpunkt der Recherche noch nicht abschließend fest.

Besonders erwähnenswert ist Comers Rückkehr ins Serienfach: Sie wurde für die HBO-Miniserie „The Chain” verpflichtet. Die achtteilige Serie basiert auf dem Bestseller-Thriller von Adrian McKinty und erzählt von einer Mutter, deren Tochter entführt wird – Teil einer perfiden Kette von Verbrechen, bei der Opfer gezwungen werden, selbst zu Tätern zu werden. Für Comer bedeutet diese Rolle die Rückkehr zum hochwertigen Serienformat, das sie einst berühmt machte.

Und schließlich kehrt sie 2026 noch einmal zu jener Rolle zurück, die ihr den Tony einbrachte: „Prima Facie” geht im Januar 2026 auf eine Tournee durch das Vereinigte Königreich und Irland. Geplant sind Aufführungen in zahlreichen Städten, darunter Dublin, Edinburgh, Cardiff, York, Bath, Canterbury, Birmingham und Liverpool. Für ihre Heimatstadt Liverpool dürfte dies ein besonderer Moment werden. Comer hat angedeutet, dass dies ihre letzte Tour in dieser Rolle sein könnte – ein bewegender Abschied von einer Figur, die ihre Karriere mitdefiniert hat.

Was Jodie Comer als Schauspielerin auszeichnet

Wenn man Comers Werk überblickt, kristallisieren sich einige Eigenschaften heraus, die sie von vielen Kolleginnen ihrer Generation abheben.

Akzent-Virtuosität. Kaum eine Darstellerin wechselt so überzeugend zwischen Dialekten und Sprachen. Ob französische Adlige, amerikanische Biker-Ehefrau, russische Attentäterin oder Londoner Anwältin – Comer verschwindet in ihren Figuren, und ihr eigener Liverpooler Akzent ist dabei kaum je herauszuhören. Für viele internationale Zuschauer ist es eine echte Überraschung, sie in Interviews mit breitem Scouse-Dialekt sprechen zu hören.

Mut zum Risiko. Statt nach dem „Killing Eve”-Erfolg auf Nummer sicher zu gehen, suchte Comer bewusst die Herausforderung – ein Solo-Theaterstück, anspruchsvolle Independent-Filme, Genrewechsel vom Historiendrama über die Komödie bis zum Horror.

Emotionale Wucht ohne Effekthascherei. Ob im Kammerspiel auf der Bühne oder in der stillen Verzweiflung einer fliehenden Mutter – Comer kann große Gefühle transportieren, ohne ins Überzogene zu kippen.

Bodenständigkeit. Trotz aller Auszeichnungen ist Comer der Bezug zu ihrer Heimat geblieben. Sie spricht offen über ihre Herkunft aus der Arbeiterklasse und darüber, dass ihr Weg ins Schauspiel ohne teure Ausbildung verlief – ein Umstand, der sie zum Vorbild für junge Talente ohne klassische Förderung macht.

Fazit: Eine Karriere, die gerade erst Fahrt aufnimmt

Jodie Comer hat in weniger als einem Jahrzehnt erreicht, wofür andere ein ganzes Berufsleben brauchen: einen Emmy, mehrere BAFTAs, einen Olivier Award und einen Tony Award. Sie hat bewiesen, dass sie in der intimen Konzentration eines Ein-Personen-Stücks ebenso besteht wie im großen Hollywood-Blockbuster oder in der atmosphärischen Tiefe eines Independent-Films.

Was ihre Laufbahn so faszinierend macht, ist die Verweigerung der Wiederholung. Comer hätte es sich leicht machen und auf der Welle von Villanelle reiten können. Stattdessen sucht sie ständig neue Stoffe, neue Töne, neue Risiken. Mit den anstehenden Projekten für 2025 und 2026 – vom Robin-Hood-Film über die HBO-Serie „The Chain” bis zur letzten „Prima Facie”-Tournee – zeigt sich, dass diese Schauspielerin noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen ist. Im Gegenteil: Vieles deutet darauf hin, dass das Liverpooler Mädchen ohne Schauspielschule erst am Anfang einer der bemerkenswertesten Karrieren ihrer Generation steht.


Quellen:

Hinweis: Da das Thema eine Person ist, waren keine Produktpreise oder technischen Daten zu verifizieren. Alle biografischen Angaben, Jahreszahlen, Auszeichnungen und Projekte habe ich anhand der oben genannten Quellen geprüft.

MW
Marco Weiss

Author of Leicht Gewandert. Sharing insights and practical tips on topics that matter.