Iran bei der Fußball-Weltmeisterschaft: Geschichte, Helden und die Mission 2026

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Ich habe alle nötigen Fakten gesammelt und schreibe jetzt den Artikel.



Der Iran gehört zu den beständigsten Fußballnationen Asiens. Seit dem ersten WM-Auftritt im Jahr 1978 hat das Team des persischen Landes eine faszinierende Reise durch die Geschichte des Weltfußballs absolviert – geprägt von dramatischen Qualifikationskämpfen, historischen Siegen und dem beharrlichen Streben nach dem großen Durchbruch. Mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika schreibt der Iran das nächste Kapitel einer jahrzehntelangen Leidenschaft.


Die WM-Geschichte des Iran im Überblick

Der Iran trat 1945 der Weltfußball-Vereinigung (FIFA) bei und ist seit den 1970er-Jahren ein fester Bestandteil der asiatischen Qualifikation. Bis zur WM 2026 haben sich die Iraner insgesamt siebenmal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert: 1978, 1998, 2006, 2014, 2018, 2022 und 2026.

In dieser Zeit bestritt die Mannschaft insgesamt 18 WM-Partien, von denen sie drei gewann, viermal Unentschieden spielte und elfmal als Verlierer vom Platz ging. Die Bilanz klingt bescheiden – doch hinter jedem dieser Turniere stecken Geschichten voller Leidenschaft, politischer Spannung und sportlicher Hingabe.

Eines bleibt bislang konstant: Die Gruppenphase hat der Iran noch nie überstanden. Doch gerade das macht die WM 2026 so bedeutsam – denn erstmals scheint der Einzug in die Runde der letzten 32 wirklich greifbar.


1978: Das WM-Debüt in Argentinien

Die erste WM-Teilnahme des Iran fand während der umstrittenen Weltmeisterschaft in Argentinien statt. In einer Gruppe mit den Niederlanden, Peru und Schottland war das Debüt erwartungsgemäß schwer. Trotz einer Niederlage gegen die Niederlande und Peru gelang dem Iran gegen Schottland ein historisches 1:1 – der erste WM-Punkt der iranischen Geschichte. Ein Meilenstein, der bis heute gefeiert wird.


1998: Der unvergessliche Sieg gegen die USA

Kein iranisches WM-Spiel hat sich so tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt wie das Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich gegen die Vereinigten Staaten. Das Duell zwischen Iran und den USA war weit mehr als Fußball – vor dem Hintergrund jahrzehntelanger politischer Spannungen war es ein Spiel, das die Welt atemlos verfolgte.

Das Ergebnis: ein 2:1-Sieg für den Iran. Hamid Estili und Mehdi Mahdavikia schossen die Tore; das iranische Volk feierte auf den Straßen Teherans. Es war der erste WM-Sieg der iranischen Fußballgeschichte und bleibt bis heute der emotionalste Moment der Nationalmannschaft.

Trotz des Sieges schied der Iran in der Gruppenphase aus. In der Abschlusspartie war Deutschland zu stark. Doch der Triumph gegen die USA hatte eine Generation von Fans begeistert und den iranischen Fußball weltweit auf die Landkarte gesetzt.


2006, 2014 und 2018: Konstanz ohne den großen Durchbruch

Bei den Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland, 2014 in Brasilien und 2018 in Russland zeigte der Iran jeweils eine solide, aber letztlich nicht ausreichende Leistung, um die Gruppenphase zu überstehen.

WM 2006 in Deutschland war besonders für iranische Fans in Europa ein unvergessliches Erlebnis. Obwohl die Mannschaft in der Gruppe mit Mexiko, Portugal und Angola den Einzug in die K.-o.-Runde verpasste, hinterließ das Turnier den Eindruck einer gereiften Mannschaft.

WM 2014 in Brasilien lieferte eines der taktisch bemerkenswertesten Spiele des Turniers: Die Iraner spielten gegen Argentinien und seinen Superstar Lionel Messi fast 90 Minuten lang zu null – erst in der Nachspielzeit erzielte Messi das 1:0. Viele Experten sahen dieses Spiel als Beweis dafür, dass der Iran taktisch auf Weltklasseniveau mithalten kann.

WM 2018 in Russland war unter Trainer Carlos Queiroz ebenfalls geprägt von einer kompakten Defensive. In der Gruppe mit Portugal, Spanien und Marokko holten die Iraner einen Sieg gegen Marokko (1:0) und verloren erst durch ein spätes Elfmetertor gegen Portugal.


2022 in Katar: Drama, Mut und ein historischer Sieg

Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar wurde zum bis dahin turbulentesten Kapitel der iranischen WM-Geschichte. Jenseits des Sportplatzes stand das Team im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit: Während in Iran Proteste nach dem Tod von Mahsa Amini die Straßen erschütterten, entschieden sich die Spieler im Eröffnungsspiel gegen England, die Nationalhymne nicht mitzusingen – ein stilles politisches Statement, das weltweit Schlagzeilen machte.

Trainer Carlos Queiroz, der die Mannschaft schon 2014 und 2018 betreut hatte, baute auf die Qualitäten von Stürmerstar Mehdi Taremi (damals noch bei FC Porto) und Sardar Azmoun (Bayer Leverkusen). Das Auftaktspiel gegen England war mit einem 2:6 die härteste Niederlage des Turniers für den Iran.

Dann jedoch folgte die Wende: Gegen Wales erkämpfte der Iran einen dramatischen 2:0-Sieg – beide Tore in der Nachspielzeit, Torwart Wayne Hennessey sah die Rote Karte. In der entscheidenden Partie gegen die USA reichte das Unentschieden nicht; der Iran schied trotz engagierter Leistung aus.

Das WM 2022 zeigte: Der Iran kann auf höchstem Niveau mithalten. Was noch fehlte, war die Konstanz über drei Gruppenspiele hinweg.


Die Qualifikation für die WM 2026: Eine beeindruckende Kampagne

Die Qualifikationskampagne für die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika verlief für den Iran nahezu makellos. Unter dem neuen Trainer Amir Ghalenoei – im Volksmund liebevoll „der General” genannt, wegen seines disziplinierten, strukturierten Spielstils – dominierte das Team die AFC-Qualifikationsgruppe A der dritten Runde souverän.

Das Endergebnis: 20 Punkte aus acht Spielen, nur eine Niederlage in 16 Partien während der gesamten Qualifikationskampagne. Am 25. März 2025 war es offiziell: Ein 2:2-Unentschieden gegen Usbekistan reichte, um das WM-Ticket zu sichern. Der Held des Abends: Mehdi Taremi, der mit einem Doppelpack in der 55. und 83. Minute das iranische Team in den Jubel trieb.

Iran qualifizierte sich als dritter Teilnehmer der Asien-Konföderation (nach Japan und Neuseeland) für das erweiterte Turnier mit 48 Mannschaften.


WM 2026: Die Gruppe G und die realistische Chance auf das Achtelfinale

Bei der Auslosung zur Weltmeisterschaft 2026 wurde der Iran in die Gruppe G mit Belgien, Ägypten und Neuseeland gelost. Eine Gruppe, die auf dem Papier durchaus bezwingbar ist.

Die Gegner im Überblick:

  • Belgien: Einst als „goldene Generation” gefeiert, befindet sich das belgische Team nach dem Ende der Ära Hazard, De Bruyne und Lukaku im Umbruch. Noch Favorit, aber angreifbar.
  • Ägypten: Eine der stärksten Nationen Afrikas mit Mohamed Salah als Superstar, jedoch ohne WM-Erfolge jenseits der Gruppenphase seit Jahrzehnten.
  • Neuseeland: Als Repräsentant Ozeaniens das nominell schwächste Team der Gruppe.

Der Spielplan für den Iran:

  • Iran vs. Neuseeland: 16. Juni 2026, im SoFi Stadium in Los Angeles
  • Belgien vs. Iran: 21. Juni 2026, ebenfalls in Los Angeles
  • Ägypten vs. Iran: 27. Juni 2026, im Lumen Field in Seattle

Mathematisch ist das Achtelfinale mehr als realistisch: Ein Sieg gegen Neuseeland und ein Unentschieden gegen Ägypten könnten reichen, um erstmals in der Geschichte die K.-o.-Runde zu erreichen.


Der Kader 2026: Ghalenoeis Aufgebot

Trainer Amir Ghalenoei setzt bei der WM 2026 auf eine Mischung aus erfahrenen Stammspielern und Talenten aus der heimischen Persian Gulf Pro League. Von den 26 nominierten Spielern kommen 17 aus dem iranischen Binnenligabetrieb – ein Zeichen dafür, wie stark die persische Heimliga in den letzten Jahren gewachsen ist.

Die wichtigsten Namen im Aufgebot:

  • Mehdi Taremi: Der unangefochtene Anführer und Torgarant. Der Stürmer mit Erfahrung bei Inter Mailand und FC Porto ist der bekannteste iranische Fußballer weltweit.
  • Saeid Ezatolahi: Das Herz des Mittelfelds, zuletzt bei Shabab Al-Ahli in Dubai.
  • Saman Ghoddos: Technisch versierter Mittelfeldspieler mit Europaerfahrung.
  • Alireza Beiranvand: Der Stammtorhüter, bekannt für sein starkes Eins-gegen-eins-Spiel.

Warum der iranische Fußball mehr Aufmerksamkeit verdient

Der Iran ist mehr als nur eine Randnotiz im Weltfußball. Das Land hat eine tief verwurzelte Fußballkultur: Die Stadien in Teheran und Mashhad sind bei nationalen Spielen regelmäßig ausverkauft, und Derbys zwischen Persepolis und Esteghlal sind unter den meistgefolgten Clubspielen Asiens.

Gleichzeitig produziert der Iran regelmäßig Spieler, die in europäischen Ligen Fuß fassen – von Sardar Azmoun bei Bayer Leverkusen bis zu Mehdi Taremi bei Inter Mailand. Diese Professionalisierung trägt dazu bei, das Niveau der Nationalmannschaft kontinuierlich zu heben.

Die WM 2026 bietet nun die große Bühne, auf der der Iran nicht nur sportlich, sondern auch als Kulturbotschafter auftreten kann – in einem erweiterten Turnier mit 48 Teams, das mehr Teams als je zuvor die Chance auf den großen Auftritt gibt.


Fazit: 2026 könnte das Jahr des Durchbruchs werden

Sieben WM-Teilnahmen, aber noch nie die Gruppenphase überstanden – diese Statistik hat der Iran im Gepäck, wenn er im Juni 2026 in Nordamerika aufläuft. Doch selten war das Momentum besser: Eine starke Qualifikationskampagne, ein erfahrener Trainer, ein bewährter Angreifer in Bestform und eine lösbare Gruppe sprechen für den Iran.

Sollte Mehdi Taremi und seinen Teamkollegen der historische Sprung ins Achtelfinale gelingen, wäre es nicht nur ein sportlicher Meilenstein – es wäre ein Moment, der ein ganzes Land vereinen würde. Der iranische Fußball steht an einem Scheideweg. Die WM 2026 könnte der Wendepunkt sein.


Quellen:

MW
Marco Weiss

Author of Leicht Gewandert. Sharing insights and practical tips on topics that matter.