Das neue God of War: Alles, was ihr über die Zukunft der Reihe wissen müsst
Kaum eine PlayStation-Reihe hat eine so treue Fangemeinde wie God of War. Seit dem Reboot von 2018, das Kratos aus der griechischen in die nordische Mythologie verpflanzte, gilt die Serie als Aushängeschild für erzählerisch starke Action-Adventures. Entsprechend groß war die Spannung, als sich Anfang 2026 die Gerüchte verdichteten, dass die Enthüllung eines neuen Teils unmittelbar bevorstehe. Mittlerweile ist die Katze aus dem Sack – und die Überraschung hätte kaum größer sein können: Das neue God of War stellt erstmals nicht Kratos in den Mittelpunkt, sondern eine Figur, deren Schatten seit 2018 über der gesamten Erzählung liegt. Gleichzeitig ist bereits bestätigt, dass danach ein weiteres Hauptspiel mit dem Kriegsgott selbst folgen wird. In diesem Artikel fassen wir alle bestätigten Informationen zusammen, ordnen sie ein und erklären, wie ihr euch jetzt am besten auf das neue Kapitel vorbereitet.
Die große Enthüllung: Ein neuer Serienteil ohne Kratos
Bei der State of Play am 2. Juni 2026 wurde das neue Spiel aus dem God-of-War-Universum offiziell vorgestellt – und es bricht mit einer eisernen Regel der Reihe. Zum ersten Mal in der Geschichte der Serie übernehmt ihr nicht die Kontrolle über Kratos. Stattdessen schlüpft ihr in die Rolle von Faye, auch bekannt unter ihrem wahren Namen Laufey: der verstorbenen Frau von Kratos und Mutter von Atreus.
Wer die letzten beiden Teile gespielt hat, weiß, welches Gewicht diese Entscheidung hat. Faye war dort nie spielbar, ja nicht einmal wirklich sichtbar – und trotzdem allgegenwärtig. Ihre Asche, die Kratos und Atreus auf den höchsten Gipfel der Welten tragen sollten, war der Auslöser der gesamten Reise von 2018. Ihre geheimen Pläne, ihre Prophezeiungen und ihre Verbindung zu den Riesen zogen sich als roter Faden durch beide Spiele. Dass sie nun selbst zur Protagonistin wird, ist erzählerisch konsequent: Kaum eine Figur der Reihe birgt mehr ungelöste Geheimnisse.
Die Ausgangslage des neuen Abenteuers ist dabei so ungewöhnlich wie faszinierend: Der Tod sollte eigentlich das Ende sein. Doch für Faye beginnt nach ihrem Ableben eine neue Reise. Im Jenseits muss sie feststellen, dass die Vorkehrungen, die sie zum Schutz von Kratos und Atreus getroffen hat, in Gefahr geraten sind. Um ihre Familie auch über den Tod hinaus zu beschützen, muss sie sich durch das Totenreich der Götter kämpfen.
Das Allwann: Ein Schauplatz jenseits aller Mythologien
Der spannendste Aspekt des neuen Spiels ist zweifellos sein Schauplatz. Die Handlung spielt im sogenannten Allwann (im englischen Original „Everywhen”), einem Jenseits der Götter. Es handelt sich um ein Land voller gefährlicher Magie, in dem verstorbene und verstoßene Gottheiten aus den unterschiedlichsten Mythologien der Welt um die Macht ringen.
Das ist ein gewaltiger Schritt für die Reihe. Bisher folgte God of War einem klaren Muster: Die ursprüngliche Trilogie samt Ablegern arbeitete sich am griechischen Pantheon ab, das Reboot und sein Nachfolger widmeten sich der nordischen Götterwelt. Seit Jahren spekulieren Fans, welche Mythologie als Nächstes an der Reihe sein könnte – Ägypten, Japan und die Maya-Kultur waren die üblichen Verdächtigen. Das Allwann löst dieses Entweder-oder elegant auf: Statt sich auf einen einzigen Kulturkreis festzulegen, öffnet das neue Spiel die Tür zu praktisch allen Mythologien gleichzeitig.
Für die Spielwelt bedeutet das eine nie dagewesene Vielfalt. Götter, Kreaturen und Schauplätze aus völlig verschiedenen Kulturkreisen können hier aufeinandertreffen, ohne dass die Erzählung sich verbiegen muss. Und für die übergreifende Geschichte der Reihe eröffnet es eine reizvolle Perspektive: Das Jenseits ist der Ort, an dem theoretisch jede jemals gefallene Gottheit der Serie wieder auftauchen könnte.
Faye als Kämpferin: Was wir vom Gameplay erwarten können
In den bisherigen Spielen wurde Fayes Kampfkraft nur angedeutet – etwa durch Erzählungen über die Kriegerin der Riesen, die einst selbst gegen Asgard kämpfte. Nicht zu vergessen: Die Leviathanaxt, mit der Kratos seit 2018 kämpft, war ursprünglich ihre Waffe. Das erste gezeigte Material macht nun deutlich, dass Faye diesem Ruf gerecht wird. Sie kombiniert schnelle, akrobatische Nahkampfangriffe – auch in der Luft – mit magischen Fähigkeiten und stellt sich Göttern und Kreaturen gleichermaßen entgegen.
Damit deutet sich ein spürbar anderes Kampfgefühl an als bei Kratos, dessen Stil in den letzten beiden Teilen von Wucht, Gewicht und bodenständiger Brutalität geprägt war. Faye wirkt beweglicher, schneller, stärker auf Magie ausgerichtet. Für Veteranen der Reihe dürfte das eine willkommene Frischzellenkur sein: Die Grundmechaniken des modernen God of War – enge Kamera, wuchtige Treffer, durchdachte Arenen – treffen auf eine Heldin mit eigenem Bewegungsrepertoire.
Einen kleinen Augenzwinkerer gab es bei der Enthüllung übrigens auch: In der Berichterstattung sorgte vor allem ein ungewöhnlicher Begleiter für Schmunzeln, der optisch an Wackelpudding erinnert. Nach dem Raben-Begleiter und dem stets kommentierenden Kopf Mimir aus den Vorgängern setzt die Reihe damit ihre Tradition ungewöhnlicher Weggefährten fort.
Release-Termin und Plattform: Wann und wo erscheint das neue God of War?
Ende Juli 2026 folgte die zweite große Ankündigung: Das neue God of War erscheint am 16. Februar 2027 exklusiv für die PlayStation 5. Damit steht der Termin früher fest, als viele erwartet hatten – zwischen Enthüllung und Release liegen nur rund acht Monate.
Interessant ist der Termin auch aus Branchensicht: Der Februar 2027 entwickelt sich zu einem prominent besetzten Release-Fenster, in dem sich gleich mehrere Schwergewichte der Spielebranche gegenüberstehen. Wer sich den Termin freihalten will, sollte also damit rechnen, dass der Jahresanfang 2027 für Spielerinnen und Spieler generell teuer wird.
Für alle, die noch keine PlayStation 5 besitzen, stellt sich die übliche Frage nach einer späteren PC-Umsetzung. Offiziell bestätigt ist hier nichts. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt allerdings, dass große PlayStation-Titel in der Regel mit einigen Jahren Abstand auch den Weg auf den PC finden – die beiden Vorgänger sind dort längst erhältlich. Wer das neue Abenteuer zum Start erleben will, kommt an der Sony-Konsole jedoch nicht vorbei.
Bestätigt: Danach kommt ein neues Hauptspiel mit Kratos
Wer nun befürchtet, Kratos sei aufs Abstellgleis geschoben worden, kann aufatmen. Das Entwicklerstudio hat offiziell bestätigt, dass bereits ein weiteres God of War mit Kratos als Hauptcharakter in Arbeit ist. Dieses neue Hauptspiel ist als nächster Serienteil nach dem Faye-Abenteuer eingeplant – und soll direkt an dessen Geschichte anknüpfen.
Sony fährt damit eine bemerkenswerte Doppelstrategie: Zuerst erweitert das Spiel rund um Faye das Universum um eine neue Perspektive und einen neuen Schauplatz, anschließend führt ein klassisches Hauptspiel die Geschichte des Kriegsgotts fort. Die enge Verzahnung beider Projekte legt nahe, dass die Ereignisse im Jenseits unmittelbare Folgen für die Welt der Lebenden haben werden. Denkbar ist vieles – vom Wiedersehen der getrennten Familie bis zu einer Bedrohung, die aus dem Allwann in die bekannten Welten übergreift.
Für die Reihe ist das eine kluge Weichenstellung. Das Ende des letzten Teils hatte Kratos’ nordisches Kapitel weitgehend abgeschlossen und viele Fans rätseln lassen, wie es überhaupt weitergehen kann. Die Antwort lautet offenbar: über das Jenseits als Bindeglied, das alte und neue Mythologien, verstorbene und lebende Figuren miteinander verknüpfen kann.
Die Vorgeschichte: Warum Faye die logische Wahl ist
Um zu verstehen, warum die Wahl der neuen Protagonistin so viel Begeisterung auslöst, lohnt ein Blick zurück. Im Reboot von 2018 beginnt die Handlung mit Fayes Beerdigung. Ihr letzter Wunsch – die Verstreuung ihrer Asche auf dem höchsten Gipfel aller Welten – schickt Vater und Sohn auf eine Reise, die beide für immer verändert.
Im Laufe der beiden Spiele erfahren wir stückweise, wer Faye wirklich war: kein gewöhnlicher Mensch, sondern Laufey, eine Kriegerin vom Volk der Riesen, die einst gegen die Übergriffe Asgards kämpfte. Sie wusste um die Prophezeiungen, die das Schicksal ihres Sohnes betrafen, und traf im Verborgenen Vorkehrungen, deren volle Tragweite sich erst nach und nach offenbarte. Vieles davon blieb bewusst im Dunkeln: Wie viel wusste sie wirklich? Welche Pläne hat sie geschmiedet, von denen wir noch gar nichts ahnen?
Genau hier setzt das neue Spiel an. Indem es Fayes Geschichte nach ihrem Tod erzählt, kann es diese offenen Fragen beantworten, ohne die abgeschlossene Reise von Kratos und Atreus anzutasten. Zugleich bekommt eine der wichtigsten Frauenfiguren der PlayStation-Geschichte endlich ihre eigene Bühne – ein Schritt, den sich viele Fans seit Jahren gewünscht haben.
Perfekt vorbereitet: So holt ihr die Vorgänger nach
Wer die bisherigen Teile noch nicht kennt, hat bis Februar 2027 genügend Zeit, das nachzuholen – und sollte es unbedingt tun, denn das neue Spiel baut erzählerisch direkt auf ihnen auf. Die gute Nachricht: Der Einstieg ist so günstig wie nie.
Der jüngste Serienteil von 2022 ist in deutschen Preisvergleichen aktuell bereits ab etwa 28 bis 29 Euro für die PlayStation 5 gelistet – ein Bruchteil des ursprünglichen Neupreises. Die Preise haben sich 2026 stabil in diesem Bereich eingependelt, je nach Händler und Version schwanken sie zwischen rund 27 und 30 Euro. Auch der Vorgänger von 2018 ist längst im Budget-Segment angekommen und regelmäßig in Aktionen oder Abo-Katalogen zu finden.
Unsere Empfehlung für Neueinsteiger:
- Mit dem Reboot von 2018 beginnen. Es erklärt die Beziehung zwischen Kratos, Atreus und der verstorbenen Faye – das emotionale Fundament, auf dem alles Weitere ruht.
- Danach den Nachfolger von 2022 spielen. Hier laufen die Fäden der nordischen Saga zusammen, und Fayes Geheimnisse rücken ins Zentrum der Handlung.
- Optional die Erweiterung zum zweiten Teil nachholen. Sie vertieft Kratos’ Vergangenheit und wurde kostenlos nachgereicht.
Die klassische griechische Trilogie ist für das Verständnis des neuen Spiels nicht zwingend nötig, bietet aber wertvollen Kontext zu Kratos’ Ursprüngen – und könnte durch das mythologieübergreifende Jenseits-Konzept plötzlich wieder relevant werden.
Was das neue Konzept für die Zukunft der Reihe bedeutet
Die Entscheidung, das Universum über eine neue Hauptfigur und einen mythologieübergreifenden Schauplatz zu erweitern, ist mehr als ein einmaliges Experiment. Sie verwandelt God of War von einer linearen Saga in ein echtes Serien-Universum mit mehreren möglichen Erzählsträngen.
Drei Entwicklungen zeichnen sich ab:
Erstens löst sich die Reihe von der Abhängigkeit einer einzelnen Mythologie. Das Allwann als Schmelztiegel aller Götterwelten erlaubt es, in künftigen Spielen frei zwischen Kulturkreisen zu wechseln oder sie miteinander kollidieren zu lassen, ohne jedes Mal einen kompletten Neuanfang erklären zu müssen.
Zweitens öffnet sich die Serie für mehrere Perspektiven. Nach Faye sind weitere Ableger mit anderen Figuren denkbar – Atreus, dessen Reise am Ende des letzten Teils gerade erst begann, ist der offensichtlichste Kandidat für ein eigenes Abenteuer.
Drittens bleibt Kratos das Herzstück. Die frühe Bestätigung des nächsten Hauptspiels zeigt, dass die Ableger das Kern-Franchise ergänzen, nicht ersetzen sollen. Die direkte Verbindung zwischen Fayes Geschichte und dem kommenden Kratos-Abenteuer verspricht zudem, dass sich der Ausflug ins Jenseits auch für jene lohnt, die primär auf den Kriegsgott warten.
Häufige Fragen zum neuen God of War
Ist Kratos im neuen Spiel überhaupt vertreten? Die Handlung dreht sich um Faye und spielt im Jenseits. Da ihre Motivation aber der Schutz von Kratos und Atreus ist, ist die Familie erzählerisch allgegenwärtig. In welcher Form Kratos selbst auftaucht, ist noch offen.
Muss ich die Vorgänger gespielt haben? Zwingend nötig ist es vermutlich nicht, aber dringend empfohlen. Fayes Geschichte gewinnt enorm an Tiefe, wenn man die Ereignisse der nordischen Saga kennt – und die Vorgänger sind aktuell sehr günstig zu haben.
Erscheint das Spiel auch für PC oder ältere Konsolen? Angekündigt ist bislang ausschließlich die Version für die PlayStation 5 zum Start am 16. Februar 2027. Eine spätere PC-Umsetzung ist angesichts der bisherigen Sony-Strategie wahrscheinlich, aber nicht bestätigt.
Wann kommt das nächste Spiel mit Kratos? Ein Termin steht noch nicht fest. Bestätigt ist nur, dass es nach dem Faye-Abenteuer als nächster Serienteil erscheinen und direkt an dessen Geschichte anknüpfen soll.
Fazit: Ein mutiger Neuanfang mit Netz und doppeltem Boden
Das neue God of War wagt den größten Umbruch der Seriengeschichte – und wirkt dabei erstaunlich durchdacht. Mit Faye rückt eine Figur ins Rampenlicht, die sich ihren eigenen Auftritt längst verdient hat. Das Allwann als mythologieübergreifendes Jenseits löst elegant die Frage, wie es nach dem Abschluss der nordischen Saga weitergehen kann. Und die gleichzeitige Bestätigung eines neuen Kratos-Hauptspiels nimmt der kühnen Idee jedes Risiko: Wer den Kriegsgott vermisst, weiß, dass seine Rückkehr bereits in Arbeit ist.
Bis zum 16. Februar 2027 bleibt genug Zeit, die Vorgänger nachzuholen oder erneut zu erleben. Danach entscheidet sich, ob der Sprung ins Jenseits der Götter tatsächlich das nächste große Kapitel dieser außergewöhnlichen Reihe einläutet. Die Vorzeichen könnten kaum besser stehen.
Quellen: PlayStation Blog – Erster Blick auf das neue Spiel, play3.de – Neues Abenteuer mit Kratos bestätigt, GamePro – Enthüllung des neuen Teils, Gematsu – Release-Termin 16. Februar 2027, Forbes – Release-Termin-Ankündigung, Geizhals – Preisvergleich Vorgänger (PS5)