Brooklyn Beckham und seine Werbespots: Vom Star-Spross zum Werbegesicht mit Eigenleben
Brooklyn Beckham ist seit seiner Geburt im Jahr 1999 ein Mensch des öffentlichen Lebens – als ältester Sohn von Fußball-Ikone David Beckham und Sängerin sowie Modedesignerin Victoria Beckham. Doch in den vergangenen Jahren hat sich der heute 27-Jährige zunehmend von einem reinen Promi-Kind zu einer eigenständigen Werbefigur entwickelt. Wer den Suchbegriff „Brooklyn Beckham advert” eingibt, stößt mittlerweile auf eine ganze Reihe von Kampagnen, die für Diskussionen, Spott und im Sommer 2026 sogar für einen handfesten Familieneklat gesorgt haben.
Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Werbeauftritte von Brooklyn Beckham, ordnet sie in den größeren Zusammenhang seiner Karriere ein und erklärt, warum ausgerechnet ein Werbespot zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zum vorläufigen Höhepunkt eines öffentlich ausgetragenen Familienstreits wurde.
Wer ist Brooklyn Beckham eigentlich?
Bevor wir die einzelnen Kampagnen betrachten, lohnt ein kurzer Blick auf den Werdegang. Brooklyn Beckham hat in den vergangenen zehn Jahren mehrere berufliche Anläufe genommen. Zunächst versuchte er sich als Fotograf und veröffentlichte 2017 einen Bildband, der allerdings überwiegend negative Kritiken erhielt. Anschließend wandte er sich dem Kochen zu und positionierte sich auf Social Media als Hobbykoch – eine Rolle, die ihm in den sozialen Netzwerken wiederholt Hohn und Spott einbrachte. Videos, in denen er vermeintlich einfache Gerichte wie ein Frühstückssandwich oder eine Bolognese zubereitete, wurden von Nutzerinnen und Nutzern regelmäßig auseinandergenommen.
2022 heiratete er die US-amerikanische Schauspielerin und Erbin Nicola Peltz, Tochter des Milliardärs Nelson Peltz. Seither führt Brooklyn offiziell den Doppelnamen Beckham Peltz. Die Verbindung zur Familie Peltz hat seine finanzielle Unabhängigkeit weiter gestärkt – ein Punkt, der für das Verständnis seiner späteren Werbeentscheidungen relevant ist.
Der vielleicht prägendste Wendepunkt ereignete sich jedoch Anfang 2026: Im Januar veröffentlichte Brooklyn über seine Instagram-Storys eine Reihe von Statements, in denen er seinen Eltern vorwarf, ihn und seine Frau „konsequent respektlos behandelt” und versucht zu haben, seine Beziehung zu Nicola zu „ruinieren”. Dieser öffentlich gemachte Bruch bildet den Hintergrund, vor dem seine jüngsten Werbeauftritte gelesen werden müssen.
Der Uber-Eats-Spot zum Super Bowl 2024
Der erste große Werbeauftritt, der die Beckham-Familie in einen viralen Werbekontext rückte, war der Super-Bowl-Spot von Uber Eats im Februar 2024. Strenggenommen stand hier nicht Brooklyn selbst im Mittelpunkt, sondern seine Eltern David und Victoria Beckham. Dennoch wird der Spot in der Berichterstattung rund um „Brooklyn Beckham advert” häufig miterwähnt, weil er die Marke Beckham erstmals in einem humoristischen Werbeformat zeigte.
Die Kampagne, entwickelt von der Agentur Special Group, lief während des Super Bowl 58. Das Konzept des Spots war bewusst absurd: Verschiedene Prominente – darunter Jennifer Aniston, David Schwimmer, Sänger Usher sowie das Ehepaar Beckham – „vergessen” zentrale Teile ihrer eigenen Identität. Die Grundidee lautete, dass man etwas vergessen muss, um sich etwas anderes (nämlich die Bestellung bei Uber Eats) zu merken. In ihrer Szene können sich David und Victoria Beckham nicht an den Namen der Band erinnern, die Victoria als „Posh Spice” berühmt gemacht hatte – eine selbstironische Anspielung auf die Spice Girls.
Dieser Spot zeigte, dass die Beckhams bereit waren, ihren eigenen Promi-Status für humorvolle Werbung einzusetzen. Er bildete gewissermaßen die Blaupause für eine Werbeästhetik, die mit dem öffentlichen Bild der Familie spielt – ein Prinzip, das Brooklyn zwei Jahre später in deutlich riskanterer Form aufgreifen sollte.
Cloud23: Die Soße, die sich selbst verkaufen sollte
Im Oktober 2024 startete Brooklyn Beckham sein eigenes unternehmerisches Projekt: die Hot-Sauce-Marke Cloud23. Der Name spielt auf David Beckhams berühmte Rückennummer 23 an, die dieser während seiner Zeit bei Real Madrid und Los Angeles Galaxy trug.
Interessant ist die anfängliche Marketingstrategie, die Brooklyn in einem späteren Interview mit dem Branchenmagazin Adweek erläuterte. Anders als bei vielen Promi-Produkten verzichtete er bewusst auf einen prominenten, von ihm selbst getragenen Werbeauftritt. Sein Name sollte nirgendwo auf der Flasche erscheinen. Die Idee dahinter: Das Produkt solle für sich selbst sprechen, ohne dass der Beckham-Name als Verkaufsargument im Vordergrund stehe.
Cloud23 startete unter anderem mit einer Partnerschaft mit der US-Handelskette Whole Foods. Nach eigenen Angaben verzeichnete die Marke etwa ein Jahr nach dem Start Wiederholungskäufe – ein wichtiger Indikator dafür, dass Kundinnen und Kunden das Produkt nicht nur einmal aus Neugier kaufen. Gleichzeitig sprach Brooklyn jedoch auch offen über unternehmerische Schwierigkeiten, mit denen er auf dem Weg dorthin zu kämpfen hatte.
Bemerkenswert ist der strategische Bruch, der sich später vollzog: Während Cloud23 zunächst auf Zurückhaltung setzte, rückte Brooklyn 2026 plötzlich mit auffällig inszenierten Werbespots in den Vordergrund – ein Kurswechsel, der nicht ohne Folgen blieb.
Der DoorDash-Spot zur WM 2026: Werbung als Provokation
Den mit Abstand meistdiskutierten Werbeauftritt lieferte Brooklyn Beckham am 15. Juni 2026 ab. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, erschien ein Spot für den Lieferdienst DoorDash, der in Großbritannien und international für erhebliches Aufsehen sorgte.
Der Inhalt des Spots ist auf den ersten Blick simpel, in seiner Andeutung jedoch hochbrisant. Brooklyn sitzt auf einer Couch und blickt in die Kamera. Er sagt sinngemäß: „Ihr fragt euch wahrscheinlich, warum ich die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 von zu Hause aus schaue.” Dann wirft er mit einem süffisanten Lächeln WM-Tickets auf einen Couchtisch. Am Ende blendet der Spot die Worte ein: „It’s complicated. More soon.” – auf Deutsch etwa: „Es ist kompliziert. Bald mehr.”
Die Botschaft ließ sich kaum anders deuten als ein Seitenhieb auf die Entfremdung von seiner Familie. Dass ausgerechnet der Sohn einer Fußball-Legende die größte Fußballveranstaltung der Welt „von zu Hause aus” verfolgt, statt vor Ort zu sein, wurde von Beobachtern als bewusste Anspielung auf den Bruch mit David Beckham verstanden. Der Spot erschien rund fünf Monate nach Brooklyns öffentlichen Vorwürfen gegen seine Eltern.
Die Reaktion der Familie und der Öffentlichkeit
Die Resonanz auf den DoorDash-Spot fiel überwiegend kritisch aus. Laut einer der Boulevardzeitung The Sun nahestehenden Quelle zeigten sich David und Victoria Beckham „schockiert” über die Werbung. Die zitierte Person warf Brooklyn vor, eine Werbung „auf Grundlage der Entfremdung von der Familie zu machen, als wäre es ein Witz, während seine Familie am Boden zerstört ist”. Der Kern des Vorwurfs: Brooklyn versuche, aus dem Familienzwist Kapital zu schlagen – und das, obwohl er zuvor angegeben hatte, sich „Frieden und Privatsphäre” zu wünschen.
Auch in den sozialen Medien und in der Berichterstattung wurde Brooklyn vorgeworfen, das Familiendrama zu „vermarkten”. Mehrere britische Medien, darunter LADbible und der Daily Mirror, griffen die Geschichte prominent auf. Der irische Daily Times sprach in einem Kommentar zugespitzt von „Fußballs schamlosestem Werbeträger”, der die Weltmeisterschaft für sich auszunutzen wisse.
Berichten von The News zufolge soll Brooklyn für den umstrittenen WM-Spot eine Summe im siebenstelligen Bereich erhalten haben. Diese Zahl ist allerdings als kolportierte Größenordnung aus der Boulevardberichterstattung einzuordnen und wurde nicht offiziell von DoorDash oder Brooklyn Beckham bestätigt. Sie verdeutlicht jedoch, in welcher Liga sich Werbedeals mit dem Beckham-Namen bewegen.
Parallel dazu sorgte ein weiterer Spot für seine Hot-Sauce-Marke Cloud23 für Gesprächsstoff, weil Zuschauer Parallelen zwischen Brooklyns Werbeästhetik und früheren Kampagnen seines Vaters David Beckham zogen. Auch das wurde im Kontext des Familienstreits als bewusste Provokation gelesen.
Warum funktioniert „Provokationswerbung” überhaupt?
Aus Marketingsicht ist der DoorDash-Spot ein Lehrbeispiel für eine riskante, aber kalkulierte Strategie. Werbung, die bewusst mit persönlichen Konflikten und öffentlichem Klatsch spielt, erzeugt sogenannte „earned media” – also kostenlose Reichweite durch Berichterstattung und geteilte Inhalte. Ein 30-Sekunden-Spot, über den anschließend Dutzende Medien berichten, erzielt ein Vielfaches der Aufmerksamkeit, die man durch reine Schaltkosten erreichen könnte.
Das Prinzip ist nicht neu. Marken setzen seit Jahren auf Aufmerksamkeit erzeugende oder leicht polarisierende Inszenierungen, weil Empörung und Neugier zuverlässiger geteilt werden als harmonische Botschaften. Der entscheidende Unterschied im Fall Brooklyn Beckham liegt darin, dass das „Produkt” hier nicht nur der Lieferdienst ist, sondern Brooklyn selbst – beziehungsweise das öffentliche Interesse an seinem Privatleben.
Diese Strategie hat allerdings einen hohen Preis. Wer das eigene Familienleben zur Werbefläche macht, riskiert dauerhaften Reputationsschaden. Kritiker argumentieren, dass kurzfristige Aufmerksamkeit die langfristige Glaubwürdigkeit untergräbt. Für eine Marke wie DoorDash, die vom Spot vor allem Sichtbarkeit profitiert, ist die Rechnung möglicherweise aufgegangen. Für Brooklyn Beckham als Person ist die Bilanz deutlich ambivalenter.
Der Name als Marke – und als Bürde
Ein wiederkehrendes Thema in der Berichterstattung ist die Frage, wie eng Brooklyns kommerzieller Erfolg an den Namen Beckham gekoppelt ist. Genau hier liegt eine Spannung, die seine gesamte Werbekarriere durchzieht.
Einerseits versuchte Brooklyn mit Cloud23 zunächst, sich vom übermächtigen Familiennamen zu lösen, indem er ihn bewusst nicht auf das Produkt setzte. Andererseits funktioniert ein Spot wie der DoorDash-WM-Auftritt überhaupt nur, weil das Publikum die Beckham-Familiengeschichte kennt. Ohne den Kontext des Familienstreits wäre die Aussage „Ich schaue die WM von zu Hause” bedeutungslos.
Laut einem Bericht von AOL soll Brooklyn vor dem Hintergrund des Familienzwists sogar geraten worden sein, den Nachnamen Beckham fallenzulassen. Dass er ihn dennoch – zumindest in der Markenbildung über die Rückennummer 23 – weiterhin nutzt, zeigt das Dilemma: Der Name öffnet Türen und erzeugt Aufmerksamkeit, bindet ihn aber gleichzeitig an eine Familie, von der er sich öffentlich distanziert hat.
Was Brooklyns Werbung über modernes Promi-Marketing verrät
Die Entwicklung von Brooklyn Beckhams Werbeauftritten lässt sich als Miniatur für mehrere größere Trends im Promi-Marketing lesen.
Erstens verschwimmt die Grenze zwischen Privatleben und Werbebotschaft immer stärker. Wo früher klar getrennt wurde zwischen der Person und dem beworbenen Produkt, wird heute das Privatleben selbst zum Inhalt. Die Authentizität – oder zumindest deren Inszenierung – ist zur Währung geworden.
Zweitens zeigt sich die wachsende Bedeutung von Social-Media-Resonanz gegenüber klassischer Schaltreichweite. Der DoorDash-Spot wurde nicht primär durch teure Sendeplätze bekannt, sondern durch die anschließende Empörungswelle in den sozialen Netzwerken und der Boulevardpresse.
Drittens verdeutlicht der Fall die Risiken der „Promi-Kind”-Marke. Anders als Stars, die ihren Ruhm durch eine konkrete Leistung – Sport, Musik, Schauspiel – erworben haben, muss ein Promi-Spross seinen Marktwert kontinuierlich neu begründen. Werbung, die mit Kontroversen spielt, ist dabei ein zweischneidiges Werkzeug: Sie erzeugt schnell Aufmerksamkeit, gefährdet aber die Substanz, auf der eine langfristige Karriere aufbauen müsste.
Wie es weitergehen könnte
Der Schlusssatz des DoorDash-Spots – „More soon” – deutet darauf hin, dass es sich um den Auftakt einer größeren Kampagne handeln könnte. Ob die Fortsetzung den Familienstreit weiter ausschlachtet oder eine versöhnlichere Wendung nimmt, war zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung offen.
Für Beobachterinnen und Beobachter bleibt die zentrale Frage, ob Brooklyn Beckham diesen Aufmerksamkeitskurs durchhalten kann, ohne dauerhaft als jemand wahrgenommen zu werden, der das eigene Familiendrama monetarisiert. Die Geschichte zeigt, dass Provokationswerbung kurzfristig oft erfolgreich ist – die wirklich erfolgreichen Werbefiguren jedoch meist diejenigen sind, die irgendwann ein eigenständiges, positives Profil aufbauen, das über den Skandal hinausreicht.
Für Cloud23 könnte die mediale Aufmerksamkeit kurzfristig sogar förderlich sein, sofern sie Verkäufe ankurbelt. Doch die anfängliche Strategie der Zurückhaltung und des „Produkt-spricht-für-sich” steht im Widerspruch zur lauten Selbstinszenierung der jüngsten Spots. Welcher der beiden Wege sich langfristig durchsetzt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob aus Brooklyn Beckham ein ernstzunehmender Unternehmer oder dauerhaft ein Klatschthema wird.
Fazit
Der Suchbegriff „Brooklyn Beckham advert” steht im Sommer 2026 für weit mehr als nur einen einzelnen Werbespot. Er bündelt eine Entwicklung, die vom familienverbindenden Humor des Uber-Eats-Super-Bowl-Spots 2024 über die zunächst zurückhaltende Markenbildung von Cloud23 bis hin zur offen provokanten DoorDash-WM-Kampagne 2026 reicht.
Die Kernspannung bleibt dabei stets dieselbe: Brooklyn Beckham bewegt sich zwischen dem Wunsch nach einer eigenständigen Identität und der kommerziellen Verlockung, den berühmten Familiennamen – und zuletzt sogar den Familienstreit – als Werbekapital einzusetzen. Ob diese Strategie aufgeht, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Sicher ist nur, dass kaum ein anderer Werbeauftritt eines Promi-Kindes in jüngerer Zeit so viel über die Mechanik moderner Aufmerksamkeitsökonomie verraten hat.
Quellen:
- LADbible – Brooklyn Beckham DoorDash advert reaction
- Adweek – Why Brooklyn Beckham Didn’t Put His Name on Cloud23 Hot Sauce
- Adweek – Uber Eats Super Bowl Ad
- Yahoo News – Brooklyn Beckham’s Pointed World Cup Ad Leaves Family ‘Stunned’
- The News – Brooklyn Beckham earned seven figures for World Cup ad
- The Irish Times – Brand it like Beckham
- AOL – Brooklyn Beckham Reportedly Advised to Drop Surname