António Costa: Vom Lissabonner Bürgermeister zum Präsidenten des Europäischen Rates
联网核实完成:安东尼奥·科斯塔(António Costa)现任欧洲理事会主席(2024 年 12 月 1 日就职,任期两年半,可连任一次),此前长期担任葡萄牙总理。下面按要求的格式输出德语文章。
Wer ist António Costa?
António Luís Santos da Costa gehört zu den prägenden Figuren der europäischen Politik der Gegenwart. Der portugiesische Sozialist, geboren am 17. Juli 1961 in Lissabon, hat eine Laufbahn hinter sich, die in dieser Form nur wenige europäische Spitzenpolitiker vorweisen können: Er war Abgeordneter, mehrfacher Minister, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Bürgermeister der portugiesischen Hauptstadt und schließlich mehr als acht Jahre lang Premierminister seines Landes. Seit dem 1. Dezember 2024 steht er als Präsident des Europäischen Rates an einer der wichtigsten Schaltstellen der Europäischen Union.
Damit ist Costa der erste Portugiese in diesem Amt – und zugleich der erste Präsident des Europäischen Rates mit teilweise außereuropäischen Wurzeln. Sein Vater, der Schriftsteller Orlando da Costa, stammte aus Goa, der ehemaligen portugiesischen Kolonie in Indien. In Portugal trägt Costa deshalb seit Kindertagen den Spitznamen „Babush”, ein Kosewort aus dem Konkani, das so viel wie „kleiner Junge” bedeutet. Diese Herkunft ist mehr als eine biografische Fußnote: Sie prägt Costas Selbstverständnis als Brückenbauer zwischen Kulturen und Kontinenten – eine Eigenschaft, die ihm in seinem heutigen Amt regelmäßig zugeschrieben wird.
Herkunft und frühe Jahre in Lissabon
Costa wuchs in einem intellektuellen, politisch links geprägten Elternhaus auf. Sein Vater Orlando da Costa war Romancier und überzeugter Kommunist, seine Mutter Maria Antónia Palla eine bekannte Journalistin und Feministin, die sich in den Jahren nach der Nelkenrevolution von 1974 für Pressefreiheit und Frauenrechte einsetzte. Die Revolution, die Portugal von der jahrzehntelangen Diktatur befreite, erlebte Costa als Dreizehnjähriger – ein Ereignis, das seine Generation und sein politisches Denken nachhaltig formte.
Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Lissabon und schloss später ein Aufbaustudium der Europastudien an der Katholischen Universität Portugals an. Schon als Student engagierte er sich in der Juventude Socialista, der Jugendorganisation der Sozialistischen Partei (Partido Socialista, PS). Bevor die Politik ihn vollständig vereinnahmte, arbeitete er einige Jahre als Rechtsanwalt.
Aufstieg in der portugiesischen Politik
Costas parlamentarische Karriere begann 1991 mit dem Einzug in die Assembleia da República, das portugiesische Parlament. In den Regierungen von António Guterres – dem heutigen Generalsekretär der Vereinten Nationen – übernahm er ab 1995 erste Regierungsämter: zunächst als Staatssekretär, dann als Minister für parlamentarische Angelegenheiten und ab 1999 als Justizminister.
Es folgte ein Intermezzo auf europäischer Bühne: Von 2004 bis 2005 war Costa Abgeordneter und Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Diese Erfahrung sollte sich Jahrzehnte später als wertvoll erweisen, denn sie verschaffte ihm früh ein Verständnis für die Mechanismen der Brüsseler Institutionen. 2005 kehrte er nach Lissabon zurück und wurde Innenminister in der Regierung von José Sócrates.
Bürgermeister von Lissabon
2007 wagte Costa einen Schritt, der für viele Beobachter zunächst wie ein Rückzug aus der ersten Reihe aussah: Er kandidierte erfolgreich als Bürgermeister von Lissabon. Tatsächlich wurde das Amt zum Sprungbrett. In seiner Amtszeit von 2007 bis 2015 sanierte er die hoch verschuldete Stadtverwaltung, trieb die Aufwertung der historischen Innenstadt voran und legte den Grundstein für den Tourismusboom, der Lissabon in den Folgejahren erfasste. Zweimal wurde er im Amt bestätigt, zuletzt mit deutlicher absoluter Mehrheit.
Acht Jahre Premierminister Portugals
2014 setzte sich Costa in einer parteiinternen Urwahl als Spitzenkandidat der Sozialisten durch. Bei der Parlamentswahl 2015 landete seine PS zwar nur auf dem zweiten Platz, doch Costa gelang ein in Portugal bis dahin beispielloses Manöver: Er schmiedete eine parlamentarische Zusammenarbeit mit dem Linksblock und den Kommunisten – eine Konstellation, die im Land spöttisch „Geringonça” („Klapperkiste”) genannt wurde. Kaum jemand gab dem Bündnis lange; es hielt eine volle Legislaturperiode.
Als Regierungschef von November 2015 bis April 2024 verfolgte Costa einen Kurs, der ihm international Anerkennung einbrachte: Er beendete Teile der harten Sparpolitik aus der Eurokrise, hob Mindestlohn und Renten schrittweise an – und hielt zugleich die Haushaltsdisziplin ein. Portugal erreichte in seiner Amtszeit zeitweise ausgeglichene Haushalte und sogar Überschüsse, die Arbeitslosigkeit sank deutlich, die Wirtschaft wuchs. Für viele europäische Sozialdemokraten wurde das „portugiesische Modell” zum Vorzeigebeispiel dafür, dass sozialer Ausgleich und solide Staatsfinanzen keine Gegensätze sein müssen.
Bei der Wahl 2019 wurde Costa im Amt bestätigt, 2022 errang seine Partei überraschend die absolute Mehrheit. Zu den Herausforderungen seiner Regierungszeit zählten die verheerenden Waldbrände von 2017, die Corona-Pandemie – die Portugal mit einer der höchsten Impfquoten Europas bewältigte – sowie die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Der Rücktritt 2023
Im November 2023 trat Costa überraschend zurück, nachdem die portugiesische Staatsanwaltschaft Ermittlungen im Umfeld seiner Regierung zu Genehmigungen für Lithium- und Wasserstoffprojekte bekannt gegeben hatte. Costa selbst wurde nie angeklagt; die Ermittlungen gegen ihn wurden später eingestellt, und ein Teil des Verfahrens erwies sich zudem als von einer Namensverwechslung belastet. Sein Rücktritt, den er mit der Würde des Amtes begründete, wurde im europäischen Ausland vielfach als Beleg politischer Integrität gewertet – und stand seiner späteren Wahl an die Spitze des Europäischen Rates nicht im Weg.
Präsident des Europäischen Rates
Am 27. Juni 2024 wählten die Staats- und Regierungschefs der EU António Costa zum Präsidenten des Europäischen Rates. Am 1. Dezember 2024 trat er die Nachfolge des Belgiers Charles Michel an. Die Amtszeit beträgt zweieinhalb Jahre und kann einmal verlängert werden – ein Muster, das bei allen bisherigen Amtsinhabern seit Herman Van Rompuy zur Anwendung kam.
Was macht der Präsident des Europäischen Rates eigentlich?
Das Amt wird in der Öffentlichkeit häufig mit dem der Kommissionspräsidentin verwechselt, dabei sind die Rollen klar getrennt. Der Präsident des Europäischen Rates:
- bereitet die EU-Gipfel vor und leitet sie – also die Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs, auf denen die großen politischen Leitlinien der Union festgelegt werden;
- sucht Kompromisse zwischen den Mitgliedstaaten, deren Interessen bei Themen wie Migration, Haushalt oder Erweiterung oft weit auseinanderliegen;
- vertritt die EU nach außen auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs, etwa bei G7- und G20-Gipfeln oder bilateralen Spitzentreffen;
- sorgt für Kontinuität zwischen den Gipfeln und hält den Kontakt zu den Hauptstädten.
Gesetze macht der Ratspräsident nicht – seine Macht ist die des Vermittlers. Genau hier setzen Beobachter Costas größte Stärke an: Er gilt als geduldiger, uneitler Verhandler, der zuhören kann und Ergebnisse über Inszenierung stellt. Deutsche Medien beschrieben ihn zum Amtsantritt als „Bändiger der großen Egos” und als „Brückenbauer”.
Costas Arbeitsstil und Reformen
Schon in seinen ersten Monaten veränderte Costa die Arbeitsweise der Gipfel spürbar. Er führte kürzere, stärker strukturierte Sitzungen ein, setzte auf informelle Klausurformate ohne lange vorbereitete Beschlusstexte und bemühte sich, die Zahl nächtlicher Verhandlungsmarathons zu reduzieren. Vor seinem Amtsantritt und danach absolvierte er eine „Tour des Capitales”, bei der er sämtliche Mitgliedstaaten besuchte, um die Anliegen der Hauptstädte aus erster Hand zu hören – mit bewusstem Auftakt in Mittel- und Osteuropa, um zu unterstreichen, dass die Perspektive dieser Region in Brüssel Gewicht hat.
Die großen Themen seiner Amtszeit
Unterstützung der Ukraine und europäische Sicherheit
Kein Thema prägt Costas Präsidentschaft so stark wie der russische Krieg gegen die Ukraine. Der Europäische Rat koordiniert unter seiner Leitung die politische, finanzielle und militärische Unterstützung Kyjiws und ringt regelmäßig um die Verlängerung und Verschärfung der Sanktionen gegen Russland – Beschlüsse, die Einstimmigkeit erfordern und damit genau jene Vermittlungskunst, für die Costa steht. Auch im Sommer 2026 gehörte die Ukraine zu seinen Schwerpunkten: Mitte Juli nahm er gemeinsam mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an einem Treffen der „Koalition der Willigen” in Paris teil.
Parallel treibt der Europäische Rat die Debatte über die europäische Verteidigungsfähigkeit voran – von gemeinsamer Beschaffung über die Stärkung der Rüstungsindustrie bis zur Frage, wie Europa unabhängiger von externen Sicherheitsgarantien werden kann.
Erweiterung der Union
Costa gilt als überzeugter Befürworter der EU-Erweiterung, die er als „geopolitische Investition” in Stabilität versteht. Die Beitrittsprozesse der Ukraine, Moldaus und der Westbalkanstaaten laufen unter seiner Ägide weiter; zugleich moderiert er die schwierige Debatte darüber, wie sich eine größere Union institutionell reformieren muss, um handlungsfähig zu bleiben.
Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Souveränität
Ein weiterer Schwerpunkt ist die wirtschaftliche Erneuerung Europas: Bürokratieabbau, die Vollendung des Binnenmarkts, die Kapitalmarktunion und der Umgang mit den Empfehlungen des Draghi-Berichts zur Wettbewerbsfähigkeit stehen regelmäßig auf der Gipfelagenda. Auch neue Technologien beschäftigen den Ratspräsidenten unmittelbar: Im Juli 2026 traf sich Costa in Brüssel mit externen Fachleuten zur Ökonomie der künstlichen Intelligenz (KI), um die strategische Diskussion der Staats- und Regierungschefs vorzubereiten.
Außenbeziehungen: von Ankara bis Neu-Delhi
Als Außenvertreter der Union auf höchster Ebene ist Costa ständig unterwegs. Anfang Juli 2026 reiste er gemeinsam mit von der Leyen nach Ankara zu Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten über die bilateralen Beziehungen zwischen der EU und der Türkei. Zuvor hatte er als Ehrengast an den Feierlichkeiten zum indischen Republiktag 2026 teilgenommen – eine symbolträchtige Einladung, die seine familiären Wurzeln in Goa mit der strategischen Annäherung zwischen der EU und Indien verband, inklusive der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen. Hinzu kommen regelmäßige Kontakte mit dem Vereinigten Königreich im Rahmen des neu belebten Verhältnisses nach dem Brexit sowie mit Partnern in Lateinamerika, Afrika und Asien.
Persönlichkeit: der unaufgeregte Stratege
Wer António Costa beschreibt, greift selten zu Superlativen – und genau das ist Teil seines Erfolgsrezepts. Er gilt als pragmatisch, humorvoll und ausgesprochen belastbar, als jemand, der lieber im Hintergrund Mehrheiten organisiert, als sich in den Vordergrund zu spielen. Sein politisches Markenzeichen ist die Fähigkeit, mit nahezu allen Lagern gesprächsfähig zu bleiben: In Portugal regierte er mit der radikalen Linken, in Brüssel verhandelt er täglich mit konservativen, liberalen und rechtsgerichteten Regierungschefs.
Costa ist verheiratet mit Fernanda Tadeu und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist bekennender Fußballfan – sein Herz schlägt für Benfica Lissabon – und pflegt einen betont unprätentiösen Stil, der in den Fluren des Brüsseler Europagebäudes gelegentlich mit dem seiner Vorgänger kontrastiert.
Warum António Costa für Europa wichtig ist
Die Amtszeit Costas fällt in eine Phase, in der die Europäische Union gleich mehrere historische Belastungsproben gleichzeitig bestehen muss: einen Krieg auf dem eigenen Kontinent, die Neuordnung der transatlantischen Beziehungen, den globalen Wettlauf um Technologien und die innere Auseinandersetzung mit populistischen und europaskeptischen Kräften. In dieser Lage ist die Fähigkeit, 27 Regierungen mit teils gegensätzlichen Interessen zu gemeinsamen Beschlüssen zu führen, keine Formalie, sondern eine Kernbedingung europäischer Handlungsfähigkeit.
Costas Bilanz nach den ersten anderthalb Jahren im Amt fällt bei den meisten Beobachtern positiv aus: Die Gipfel arbeiten effizienter, die Gesprächskanäle in die Hauptstädte sind kurz, und in der Ukraine-Politik hielt der Europäische Rat trotz einzelner Blockadeversuche seinen Kurs. Ob ihm die Staats- und Regierungschefs nach Ablauf seiner ersten Amtszeit im Frühjahr 2027 ein zweites Mandat übertragen, wird sich zeigen – üblich wäre es.
Häufige Fragen zu António Costa
Welches Amt hat António Costa heute? Er ist seit dem 1. Dezember 2024 Präsident des Europäischen Rates, also des Gremiums der 27 Staats- und Regierungschefs der EU. Seine erste Amtszeit läuft zweieinhalb Jahre und kann einmal verlängert werden.
War Costa Präsident oder Premierminister Portugals? Premierminister – und zwar von November 2015 bis April 2024. Das portugiesische Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, ein separates Amt.
Worin unterscheidet sich sein Amt von dem Ursula von der Leyens? Von der Leyen führt die Europäische Kommission, die Gesetzesvorschläge macht und deren Umsetzung überwacht. Costa leitet den Europäischen Rat, der die politischen Leitlinien vorgibt und die Mitgliedstaaten auf höchster Ebene zusammenführt. Nach außen treten beide häufig gemeinsam auf.
Woher stammt sein Spitzname „Babush”? Aus dem Konkani, der Sprache Goas, der Heimat seines Vaters. Das Wort bedeutet sinngemäß „kleiner Junge” und begleitet Costa seit seiner Kindheit.
Was war die „Geringonça”? So nannte man in Portugal die ab 2015 bestehende parlamentarische Zusammenarbeit von Costas Sozialisten mit Linksblock und Kommunisten – ein anfangs belächeltes Bündnis, das sich als stabil erwies und Costa den Weg zu acht Jahren Regierungszeit ebnete.
Fazit
António Costa verkörpert einen Politikertypus, der in Zeiten lauter Zuspitzung selten geworden ist: den geduldigen Konsensarbeiter. Vom Rathaus Lissabons über acht Jahre an der Spitze der portugiesischen Regierung bis in das Europagebäude in Brüssel zieht sich eine Konstante durch seine Laufbahn – die Überzeugung, dass tragfähige Politik aus Kompromissen entsteht, nicht aus Konfrontation. Für die Europäische Union, die in den kommenden Jahren über Krieg und Frieden, Erweiterung und Reform, Wohlstand und technologische Souveränität entscheiden muss, ist genau diese Fähigkeit derzeit vielleicht die wichtigste Währung.
Quellen:
- Consilium – Biografie von António Costa
- Consilium – Präsident des Europäischen Rates
- Handelsblatt – „Der Bändiger der großen Egos im EU-Rat”
- taz – „EU-Ratspräsident Costa: Der neue Brückenbauer”
- SRF – António Costa übernimmt EU-Ratspräsidentschaft
- EU Perspectives – „Tour des Capitales”
- GOV.UK – PM call with President Costa, 20 July 2026
- NewsX – Costa als Ehrengast des indischen Republiktags 2026
给运营方的说明(中文):关键词「antonio costa」是人名(现任欧洲理事会主席、葡萄牙前总理安东尼奥·科斯塔),并非产品,因此本文按人物百科类文章撰写,未套用产品评测模板,也未涉及价格与商品规格(德国电商比价无从谈起)。所有事实均已联网核实(欧盟理事会官网及 2026 年 7 月的最新动态)。若该关键词本应指向某个产品或品牌,请检查选题管道(pipeline)的关键词来源配置。